Steine in der Dreieich
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Einzelne Grenzsteine


Grenzsteine haben die Eigenschaft, nicht einzeln, sondern in einer Reihe aufzutreten. Eine Grenze wird immer durch mehrere Grenzsteine definiert. Einzelne Steine sind in der Regel vom ursprünglichen Standort entfernt. Sie stehen dann in Privatgärten oder Museen, dort oft mit Steinen von anderen Grenzen zusammen (Lapidarien:  Steinesammlung). Es gibt allerdings auch draußen alleinstehende Steine, die nur schwer einer Grenze zuzuordnen sind. Wir wollen im Folgenden diese Einzelgänger aus der Landschaft Dreieich beschreiben. 

Erstmals beschriebener Kreuzstein im Philippseicher Fasaneriewäldchen

Fasaneriewald 2Vor einiger Zeit erhielt ich die Information, dass sich im Fasaneriewäldchen bei Philippseich ein noch nicht in der Literatur beschriebener "Dreieckstein" befinden soll. Niemand konnte genaueres mitteilen. Ich kontaktierte daraufhin Herrn Fürst, der den landwirtschaftlichen Betrieb von Philippseich managt. Er kannte diesen Stein und bot sich an, ihn mir zu zeigen. An einem nassen Wintermorgen stiefelten wir durch das sumpfige Waldstück, konnten aber nur einen kleineren pyramidenförmigen unbeschrifteten Sandstein finden Fasaneriewald 2 NordFasaneriewald 2 Süd(rechtes Bild, -->GIS). Am gleichen Tag durchkämmte ich nochmals systematisch das Gelände. Als ich schon aufgeben wollte, erblickte ich -Bingo- einen fast 1 Meter hohen Kreuzstein, auf den ein großer Baum gestürzt war. Der rotliegende Stein hat einen unregelmäßigen Grundriss mit Seitenlängen unten von 34, 8, 22 und 32 cm. Auf der Nordseite (linkes Bild) und Südwestseite (rechtes Bild) befindet sich jeweils ein Kreuz mit Balkenlängen von 18 x 15 cm bzw. 18 x 12 cm. Es kann sich um keinen Grenzstein handeln, da an dieser Stelle keine Grenze verläuft. Man findet den Stein, wenn man von der Philippseicher Straße den Weg am südlichen Waldrand entlang Richtung Bahnlinie geht. Ca. 20 Meter vor dem Schieber der Fernwasserleitung erkennt man am Waldrand (aber im Wald) eine Bodenvertiefung in unmittelbarer Nähe eines von Kindern benutzten Kletterbaums. Der Stein befindet sich ca. 40 Meter von der Bodenvertiefung im Wald und ist dann nicht zu übersehen. -->GIS

 Er ähnelt dem Kreuzstein, den man in dem Waldstück Lauxensee auf der anderen Seite der Philippseicher Straße finden kann (-->GIS). Dieser wurde von einem Anwohner Philippseichs dorthin versetzt, um seine Hunde dort zu begraben.

Langener StrEinen weiteren einzeln stehenden Kreuzstein (Abb. rechts) findet man in der Nähe der Einmündung der Breite Haagwegsschneise in die Langener Straße im Dreieichenhainer Wald (-->GIS). Diesen Kreuzstein konnte ich nicht einordnen, denn er steht an keiner Territorialgrenze und in der Literatur waren keine weitergehenden Informationen publiziert. Sein Standort befindet sich 67 m östlich des Punktes, an dem die Ostgrenze der Hanauer Koberstadt die Südgrenze des Hainer Bürgerwaldes trifft. An diesem markanten Grenzpunkt soll früher der Wappenstein Nr. 53 der Hanauer und Ysenburger Grenzlinie gestanden haben. In der Grenzbeschreibung aus 1787 wird bei diesen angemerkt: "In der Nähe seyn ein Stein mit einem Kreuz". Was hat es nun mit diesem Kreuzstein auf sich?

Ein intensiveres Studium der Karte von Nicks vom Hainer Bürgerwald aus dem Jahr 1777 führte schließlich zu einer eindeutigen Lösung des Problems. Zur Rekapitulation: Um 1700 gehörte der Koberstädter Wald drei Territorialherren: Ysenburg, Hessen-Darmstadt und dazwischen Hanau. Diese drei Gebiete reichten vom Rutschbach/Hegbach im Süden bis zur Langener Straße im Norden. Die Langener Straße verbindet Götzenhain mit Langen, sie verläuft heute über das Tierheim und den Sportplätzen zum Langener Paddelteich. Nördlich der Langener Straße lag der Hainer Bürgerwald, der zwar zum Ysenburger Herrschaftsgebiet gehörte, aber Bürgereigentum war (im Gegensatz zum Koberstädter Domanialwald). Vom heutigen Krankenhaus über den Paddelteich bis zur Hanauer Koberstadt war die Territorialgrenze Ysenburg / Hessen-Darmstadt gleichzeitig auch die Grenze des Hainer Bürgerwaldes. Die kurze Nordgrenze der Hanauer Koberstadt war ebenfalls gleichzeitig Territorialgrenze und Grenze des Hainer Bürgerwaldes. Weiter östlich entlang der Langener Straße gab es keine Territorialgrenze, sondern diese Grenze schied den Hainer Bürgerwald (gemeinsamer Besitz) von dem Privatbesitz südlich davon. Auf der Karte ist deutlich zu erkennen, dass das Gebiet südlich der Langener Straße nicht bewaldet war.

Der unten abgebildete Ausschnitt der Karte von Nicks zeigt die Südgrenze des Hainer Waldes (Süden ist oben). Darunter ist die um 180 Grad gedrehte moderne Karte abgebildet. Die zu diskutierende Grenzlinie verläuft entlang der "Langener Straße". Zur weiteren Orientierung:
Ausschnitt Karte NicksDas grüne Viereck auf beiden Karten entspricht dem heutigen Parkplatz an der Kreisstraße "beim Hotz". Am blauen Quadrat steht seit 1784 der jetzt versunkene Dreimärker, der den Grenzpunkt der Hanauer, Darmstädter und Ysenburger Territorium kennzeichnet. 1777 gehörte die Hanauer Koberstadt zu Hessen Darmstadt. Das rote Quadrat zeigt den oben erwähnten Grenzpunkt der Hanauer Koberstadt mit dem nicht mehr vorhandenen Wappenstein Nr. 53.
Bedeutsam ist, dass auf der Karte von Nicks die weiter nach Osten führende Grenze des Hainer Bürgerwaldes  eingezeichnet ist. Und genau am ersten Grenzpunkt (gelber Pfeil) steht unser geheimnisvoller Kreuzstein!  Es handelt sich also um einen Güterstein, der die Grenze des Hainer Bürgerwaldes mit dem südlich davon liegenden Ackerland kennzeichnet. Die beiden vorher genannten Steine sind auf der Karte mit "Hoheitsstein" (= Territorialgrenzstein) gekennzeichnet. Diese Bezeichnung fehlt bei unserem Kreuzstein. Der Vorläufer der Breite Haagwegschneise verlief etwas weiter westlich und folgte dann der SterzbachgrabenHanau-Ysenburger Grenze nach Süden. Auf der Karte fällt eine rechteckige Einbuchtung in den Bürgerwald auf. Es handelt sich um Ackerland, das mit "Waldsteinen" abgegrenzt wurde. Die Begrenzungen dieses Feldes, wie auch von der mit "F" markierten Wiese sind auf den aktuellen Laserscan-Karten deutlich zu sehen. Bei der Suche nach diesen Steinen konnte ich die Gräben z.T. noch gut erkennen. Die "Waldsteine" konnte ich allerdings nicht finden, wohl aber einen inschriftlosen Stein in einer Ausbuchtung des Sterzbachgrabens (rotes Oval). Dort ist allerdings weit und breit keine Grenze zu identifizieren. Ich habe (noch) keine Ahnung, um was es sich bei diesem Stein handelt. Ich werde berichten, falls mir dazu etwas einfällt. Es ist übrigens zu vermuten, dass die oben erwähnten Kreuzsteine auf dem Philippseicher Gebiet von der Grenze des Hainer Bürgerwaldes stammen. Die Ähnlichkeit ist doch sehr groß.

Museen und Lapidarien
In den Heimatmuseen in Neu-Isenburg, Dreieichenhain und Langen gibt es eine Reihe von Grenzsteinen zu besichtigen. Wenn diese Exemplare einer bestimmten Grenzline sind, werden sie im Einzelnen im Kapitel dieser Grenze beschrieben.

Haus zum Löwen, Neu-Isenburg

FGH 210FGH 200Hier befinden sich zwei Steine der Grenze zwischen der Stadt Frankfurt und dem Landgrafschaft bzw. Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Einer davon ist aus Rotliegendem (linkes Bild) mit der Inschrift "HD" für Hessen Darmstadt und "F" für Frankfurt. Der andere besteht aus Basalt (rechts) und ist mit "Gr H" für Großherzogtum Hessen und "F" gekennzeichnet. Sie mussten dem Bau der ICE Spange von der Riedbahn zum Fernbahnhof am Flughafen weichen. Sie wurden von der Stadt Neu-Isenburg in das Museum verbracht. Die beiden Fotos wurden im Depot aufgenommen. Zwischenzeitlich stehen beide Steine im Hof des neueröffneten Museums (--> GIS). Die anderen Steine dieser Grenzlinie sind unter F-GH Grenzsteine beschrieben.

Lapidarium vor der Polizeistation in Gravenbruch

Dreiherrenstein SchönbornDreiherrenstein CFDreiherrenstein YsenburgDer "Dreiherrenstein" wurde vom nahegelegenen Waldrand (Richtung Autobahn) in die Grünanlage vor der Polizeistation in Gravenbruch versetzt. --> GIS. Er ist ein Güterstein und markierte den Punkt, an dem die Gebiete der Grafen von Schönborn, des Deutschen Ordens und der Grafen von Ysenburg-Birstein zusammenstießen. Drei von vier Seiten sind mit Wappen verziert (SB = Schönborn, CF = Deutschordens Commende Frankfurt). Weitere Steine dieser Serie (mit nur 2 Wappen) stehen im Wald nördlich und östlich von Gravenbruch. Diese Grenzlinie wird zu gegebener Zeit behandelt werden.
Vor der Polizeistation stehen noch zwei weitere Steine aus hellem Sandstein. Einer ist mit "Y" auf der einen und mit "SB" auf der anderen Seite gekennzeichnet. auf dem Kopf ist eine "89" oder eine "68" eingemeißelt. Ich muss noch in Erfahrung bringen, von welcher Grenzlinie dieser stammt. Der dritte Stein an dieser Stelle ist vergleichsweise unauffällig: Er ist mit "72" sowie "SB" (recht schmucklos) gekennzeichnet. Auf dem Kopf ist ein Zeichen zu erkennen, über dessen Bedeutung ich noch keine Informationen besitze.

Dreieich-Museum, Dreieichenhain

Hier standen einige Grenzsteine vor dem Außenaufgang des Museums, weitere befinden sich - etwas versteckt-  im Durchgang zum Restaurant "Burgbeitz".  Die Steine im Außenbereich wurden aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen im November 2013 entfernt und im Januar 2014 zwischen Burgkirche und Palas neu aufgestellt. Mehr davon in dem Kapitel Lapidarien.

 Die Beschreibung der anderen Steine (im Innenbereich) erfolgt zu gegebener Zeit.


Museum Altes Rathaus, Langen

BäckersteinBrezelstein5Brezelstein 6Hier wird u.a. der Brezelstein (auch Bäckerstein genannt) ausgestellt. Man kann noch die Aufschrift "Johan Nickelaus Sehring 1830" erahnen. Darunter erkennt man eine stilisierte Brezel. Es handelt sich um einen Eigentumsstein, der wahrscheinlich den Garten des Bäckers Nickelaus Sehring markiert hat. IEr war früher in eine Bruchsteinmauer nördlich des Langener Schwimmbads eingemauert. Als diese in den 1980er Jahren abgetragen wurde, konnte der Brezelstein von einem Langener Bürger gesichert werden. Das Original kam in das Museum, eine Replik wurde am nördlichen Rand in eine verputzte Mauer eingelassen (Lit. Baeumerth). Die Mauer am Schwimmbad musste wegen Instabilität Anfang 2014 abgetragen werden, der Stein wurde eingelagert. Am 22.10.2016 fand die Einweihung der neuen Brezelsteinmauer aus rotliegenden Steinen mit Musikuntermalung, Reden, Äbbelwoi und - natürlich - Laugenbrezeln statt. Stadtarchivar Gött betonte in seiner Ansprache die Wichtigkeit solcher Kleindenkmäler für die Identifizierung der Bevölkerung mit der Stadt oder Region.

Grenzstein im LANGENER rATHEUSTrieichDer andere Stein im Museum stammt von der Grenze des Langener Gemeindewaldes zum Forst Mitteldick. Er wird --> hier beschrieben.

Der rechts abgebildete Stein ist ein Abguss eines Grenzsteines, der den "Wildbannforst Dreieich markierte". Er ist ca. 80 cm hoch und vorne mit einem gewundenen Ast mit fünf Eichenblättern und vier Eicheln geschmückt. Darunter steht DRI / EICH (in zwei Zeilen). Lesen Sie -->hier mehr über diesen Stein.



Einzelsteine am Originalstandort



Einzelne Grenzsteine in Langen

Südl. Leukertsweg Wenn man einem Seitenweg des Leukertswegs folgt, findet man einige Gütersteine, z.B. in der Kurve des Weges in der Wiese  und mehrere im oder direkt links am Weg. In den Stein in der Wiese ist auf der Nordseite ein "F" eingemeißelt -->GIS. Die Steine im Weg sind stark beschädigt. Beim vorsichtigen Freilegen des Steines links des Weges erkennt man die Ziffern "456" -->GIS. Dies deutet offensichtlich, dass die Grundstücke in diesem Gebiet durchlaufend besteint waren. Unbeschriftete Steine im Umkreis deuten darauf hin, dass nicht jeder Grenzstein mit einer Nummer versehen wurde.

Einzelne Grenzsteine in Sprendlingen

LettkautwegGegenüber der Tankstelle an der B3 (alt) Richtung Langen verläuft der Lettkautweg parallel zur B3 (alt). Dort steht ein Stein aus Rotliegendem mit der Beschriftung "H" auf der einen und "P" auf der anderen. Es dürfte sich um einen Güterstein handeln.  -->GIS.  Aus den Unterlagen der Denkmalschutzbehörde in Dietzenbach geht weiterhin hervor, dass  zumindest 1994 ein weiterer H/P Stein etwas südöstlich der Kreuzung Hainer Trift mit der Rostädter Straße gestanden hat, den ich trotz intensiver Suche nicht gefunden habe.

KreuzsteinEin interessanter Grenzstein mit je einem Kreuz auf zwei Seiten befindet sich ca. 20 Meter nördlich der B3 (alt) und 100 m östlich der Kreuzung mit der Hainer Trift am Rande eines verwilderten Grundstücks. Er lag zerbrochen heraus und wurde von mir restauriert und provisorisch wieder eingesetzt. Eine genauere Überprüfung ergab, dass er ein Stein der Gemarkungsgrenze zwischen Dreieichenhain und Sprendlingen ist. Es dürfte damit einer der ältesten Grenzsteine in diesem Gebiet sein. -->GIS

GALAm Waldrand des "Birkenecks" zu den Rostädter Wiesen hin  findet man drei Gütersteine im Grenzgraben. Zwei davon sind nicht beschriftet, der Dritte trägt die Inschrift "GAL / 1812" (s. Abbildung, -->GIS). Der Waldrand mit den mächtigen Eichen war m.W. noch nie Territorialgrenze. Die ehemalige Grenze von Ysenburg und Hessen Darmstadt verlief 60 - 100 Meter weiter östlich im Wiesengelände. Nach R. K. Nieß bedeutet "GAL" Georg Adam Löffler. Dieser war Besitzer von ausgedehnten Ländereien mit eigenen Grenzsteinen. Er besaß eine Ziegelei südlich von Sprendlingen und war Gründer der Sektkellerei Löffler. Sein Grabmal steht heute noch auf dem alten Friedhof im Kirchgarten der Alberuskirche in Sprendlingen. Lit Nieß (6)
RW Steine
In dem Wäldchen nordöstlich des Hundeplatzes am Herrnröther Weg (-->GIS) kann man vier Grenzsteine finden, wobei der nordöstliche abgebrochen herausliegt. Sie sind mit "RW" gekennzeichnet. Auf modernen Flurkarten ist an den Standorten kein Grenzpunkt zu finden. Diese Steine markieren demnach keine aktuelle Grenze. Vermutlich markierten sie früher ein Grundstück des Herrn R.W. Wie dem auch sei, das Gelände ist Naturschutzgebiet, das nicht ohne weiteres betreten werden darf.

Stein auf der HubInschriftAuf der "Hub" neben dem Weg von Sprendlingen zum Neuhof, westlich der Stangenpyramide (-->GIS), steht ein für unsere Gegend etwas ungewöhnlicher Grenzstein. Er besteht aus Basalt, hat eine quadratische Grundfläche und besitzt einen flachen Kopf mit Zentrierloch. Auf der Südseite ist ein "G" zu erkennen. Sein Standplatz markiert den Punkt, an dem früher die Gemarkungen Sprendlingens, Götzenhains und des Neuhofs zusammenstießen. Seit der Auflösung der Gemarkung Neuhof im Jahr 1954 markiert dieser Stein nunmehr eine Ecke im Verlauf der Sprendlinger und Götzenhainer Gemarkungsgrenze. Seltsamerweise entspricht dieser Stein jenen, die am Abzweig der Dreieichbahn von der Main-Neckar-Bahn stehen. Ich habe keine Erklärung für diese Tatsache. 45 m weiter westlich dieses Steines auf der Hub stößt übrigens die Dreieichenhainer Gemarkungsgrenze auf die genannte Grenzlinie. An diesem Punkt haben wir keinen Stein gefunden. Der Betonstein, der neben der Bank steht in der Nähe steht, markiert auf keinen Fall dieses "Dreiländereck".

BreitenseeEinen weiteren Einzelstein in der Sprendlinger Gemarkung Breitensee findet man, wenn man vom Parkplatz am Angelweiher (nähe Bürgerhaus) die Trift Richtung Westen geht, an den Kleingärten entlang zum Wald und sich dann am ersten Querweg ca 30 m nach links (Norden) begibt. Er steht nur wenige cm aus dem Boden an der Zufahrt zu einem Haus. Der Kopf ist beschädigt. Nach dem Aufgraben erkennt man ein "H" und ein anderes Zeichen, das ein "W" sein könnte (Hessischer Wald?). An dieser Stelle machte die von Westen kommende Grenze zwischen der Gemarkung Mitteldick und der Feldgemarkung Sprendlingen einen Knick nach Norden. Die ist bisher der einzige Stein, den ich an dieser Grenzlinie finden konnte. (-->GIS)


Einzelne Grenzsteine in Dreieichenhain

MaienfeldstraßeIn der Maienfeldstraße, wenige Meter von der Einmündung der Lutherstraße entfernt steht direkt am Zaun ein unscheinbarer, schiefer, stark beschädigter Güterstein, wahrscheinlich noch an seinem Ursprungsort. Er ist mit einem "E" oder "F" und möglicherweise einem zweiten Buchstaben oder einer Zahl gekennzeichnet. Man erkennt davon noch eine waagrechte Einkerbung rechts des ersten Buchstabens. -->GIS



Philippseicher WaldEin Stein mit der Inschrift "GY" (Grafschaft Ysenburg) steht westlich von Schloss Philippseich mittig auf einem Reitweg, der von dem letzten Haus "Im Haag" vom Hauptweg schräg rechts auf die Flugsanddüne führt. Der Stein wurde von Herrn Fladung entdeckt. Er markierte sicher nicht die Westgrenze der ehemaligen Gemarkung Philippseich, die weiter östlich verläuft. Ich werde prüfen, ob sich auf der Flurgrenze, auf der dieser Stein steht, weitere GY Steine befinden. -->GIS

YZ SteinAn der Waldecke hinter dem Dreieichenhainer Schützenhaus, dort wo die Käswiesenschneise in den Wald hineinführt, findet man auf der Nordostseite der Wegkreuzung einen Stein mit der seltsamen Beschriftung "YZ". Hier, am Schnittpunkt der Fluren 2, 8 und 9 der Dreieichenhainer Gemarkung, verlief nie eine Territorialgrenze. Dieser Stein markiert wahrscheinlich die Grenze des Hainer Bürgerwaldes zu dem Privatgelände in der Säuruh. Diese Grenze entlang des Waldrandes ist noch deutlich als Graben erkennbar, der sich von der Hainer Trift, vor dem "Hainer Börnchen" zu diesem Stein zieht. Weitere Steine an dieser Grenzlinie konnte ich nicht auffinden. Die Säuruh (oder Sauruh) war eine ehemalige Raststätte für Schweineherden im Hainer Bürgerwald. Dieses Gebiet wurde frühzeitig in Ackerland umgewandelt (Lit. Nahrgang (4). Herr Roland Triska machte mich auf diesen Stein aufmerksam, an dem ich selbst dutzendmal vorbeigelaufen bin. -->GIS

DR-GO 01Dieser Grenzstein steht im Hengstbachtal zwischen der Winkelsmühle und der Dampfmühle am aufgelassenen Mühlgraben der Dampfmühle (bzw. Kreuzmühle, wie sie früher hieß). Er ist Teil der Besteinung der ehemaligen Gemarkungsgrenze zwischen Dreieichenhain und Götzenhain. 1937 wurden die gemeindefreiein Gemarkungen (z.B. Philippseich) auf die benachbarten Gemeinden aufgeteilt. Es gab natürlich Streitereien zwischen den Gemeinden. Im Falle von Phlippseich einigte man sich darauf, dass der Großteil dieser Gemarkung zu Götzenhain kommt. Als Ausgleich übertrug Götzenhain seine Flur XI (Dampfmühle, jetziger bebauter "Millionenhügel") an Dreieichenhain. Davor verlief die Gemarkungsgrenze entlang des Mühlgrabens der Kreuzmühle. Die Grenze war besteint, wie aus Unterlagen aus dem Dreieichenhainer Stadtarchiv zu entnehmen ist. Trotz intensiver Suche konnte ich nur diesen einen Stein entlang des Mühlgrabens finden. Er ist aus Rotliegendem und noch relativ gut erhalten. Man erkennt ein "H" für Hain auf der Westseite und ein "G" für Götzenhain auf der Gegenseite.  -->GIS

Einzelne Grenzsteine in Götzenhain

KirchbornsteinAm Kirchbornweiher, nur wenige Meter von der Kirchbornquelle und dem Kirchbornbrunnen entfernt, steht ein Grenzstein, der mit "SCHT" beschriftet ist. Da an dieser Stelle eigentlich keine Grenze verläuft, dürfte der Stein - ein Güterstein - nicht an seinem Originalplatz stehen. Nichtsdestotrotz bilden die drei historischen Landschaftselemente zusammen ein hübsches Ensemble. -->GIS



Einzelne Grenzsteine in Neu-Isenburg

Neu-isenburgDieser Stein aus Rotliegendem steht auf einem Grenzpunkt der Neu-Isenburg-Sprendlinger Gemarkungsgrenze am Waldfriedhof. Dies ist insofern erstaunlich, da diese Grenze erst 1935 definiert worden ist. Auf der Nordseite ist ein Bogensegment zu erkennen (O oder G). Da auf diesem Weg eine Gasleitung verlegt ist, dürfte der Stein neu gesetzt worden sein. (-->GIS)




KirchbornsteinEinen weiteren Einzelstein findet man auf der ehemaligen Gemarkungsgrenze zwischen Neu-Isenburg und dem Forst Dreieich, die 1935 aufgehoben wurde. Er steht an der Südwestecke des Kleingartengeländes Eichenbühl am Grenzgraben. Auf seiner Ostseite ist ein Zeichen zu erkennen, das ein "G" sein könnte.
(-->GIS)


Einzelne Grenzsteine in Zeppelinheim

Mainzer RadLäuft man von der Einmündung der Hurenschneise in die L 3262 an der Autobahnauffahrt Zeppelinheim ca. 300 Meter nach Südwesten, Richtung Walldorf, findet man auf der Westseite des Weges einen einsamen Grenzstein, der auf der Rückseite das Mainzer Rad zeigt. Dies ist der einzige Stein, den ich an der Grenze von Hessen-Darmstadt und dem Kurmainzischem Gundwald gefunden habe. Der exponierte Stein an der Gundwaldspitze dürfte beim Straßenbau verloren gegangen sein. UTM: --> 32 U 471047 5541931

Einzelne Grenzsteine in Egelsbach

MO X 01Läuft man der Schönrainschneise von der B486 aus ca. 150 nach Norden entlang und geht dann ca. 60 m tief Richtung Westen einer Rückeschneise entlang in den Wald, findet man einen unbeschrifteten Grenzstein, der nur wenig aus dem Boden herausschaut. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Güterstein, der die Grenze von früheren Waldparzellen markierte. Es konnte weder ein Grenzverlauf noch weitere Grenzsteine gefunden werden. Der Stein steht dicht an der Gemarkungsgrenze, aber schon auf Mörfelder Gebiet.




Einzelne Grenzsteine auf Privatgelände


Ich habe eine Reihe von Steinen auf Privatgelände identifizieren können. Sie werden im Rahmen der jeweiligen Grenzlinie beschrieben. Es folgen hier Steine in Gärten oder Toreinfahrten, die ich bisher noch nicht eindeutig zuordnen konnte.

Grenzsteine auf Offenthaler Privatgelände


Offenthal 1OT FJ 2OT FJ 3OT FJ 5OT FJ 4In einem Garten am Tannenstumpf (Abb. rechts) entdeckte ich einen in eine Natursteinmauer integrierten Grenzstein mit der Inschrift "FJ". Er stammt aus dem alten Ort in Offenthal, wo es weitere "FJ" Steine auf Privatgelände gibt. Diese Steine begrenzten den Isenburger Forst zu den Gemarkungen der umliegenden Gemeinden. Viele davon wurden durch Pflüge, Baumstürze o.ä. herausgeworfen und dann auf Privatgelände verbracht/gesichert. In einem Hof in der Mainzer Straße stehen zwei dieser Steine (für die Akten: einer der Steine stand auf dem Grundstück Mainzer Straße 21). Zwei weitere "FJ Steine" befinden sich auf einem Grundstück in der Straße "Am Alten Rathaus", einer im Hof und einer in die Grundstückseinfassung eingemauert.

OT K-Stein1OT K-Stein2OT K-Stein3In dem genannten Hof in der Mainzer Straße steht der links abgebildete "K-Stein" aus Basalt. Man kann deutlich ein "K" auf einer der Seiten erkennen.  Die Bedeutung ist nicht bekannt Der Stein wurde im Seibertsbach entdeckt Sprendlingenund gesichert. Ein weiterer "K-Stein" findet man an der Mainzer Straße OT GF Steinegegenüber der Kirche, wobei man nur dessen Kopf erkennen kann. Er ist aus dem gleichen Material gearbeitet. Ein dritter "K-Stein" ist in die Torpforte einer Hofreite im Herrnwiesenweg integriert. Der Heimatkundler in der Mainzer Straße hat auch die links abgebildeten zwei Grenzsteinbruchstücke mit der Inschrift "St" gesichert. Eines fand sich im Seibertsbach, das andere war in einer Kuhstallmauer eingelassen. Es handelt sich um einen Straßenstein, der die Grenze des öffentlichen Grundes, auf dem die Straße verläuft, gegen das Privatgelände markiert. Der ganz rechts abgebildete Stein mit der Inschrift "IC" oder "IG" stammt aus einer Abbruchscheune in der Sprendlinger Hauptstraße.


Grenzsteine auf Götzenhainer Privatgelände

NeuhofAuf dem Neuhof findet man am Conrad Schumacher Weg gegenüber dem Haupthaus des Hofguts (beim Egon Schumacher Gedenkstein) einen Grenzstein mit der Aufschrift "KO" auf der einen und "F"(für Frankfurt?) auf der anderen Seite. Es ist nicht bekannt, woher der Stein stammt und was "KO" bedeutet.
(Straßenstein an einer Kreisstraße; KO = Kreis Offenbach?)


Grenzsteine auf Dreieichenhainer Privatgelände

Offenthaler Weg sVor einem Anwesen am Offenthaler Weg in der Nähe der alten Bergmühle steht ein Güterstein mit der Inschrift "H". Der Besitzer teilte mir auf Anfrage mit, dass der Stein auf einem Acker im Halbmorgengewann herauslag, einige 100 Meter von dem Anwesen entfernt. Es ist schön, dass der Stein der Öffentlichkeit in dieser Form zugänglich bleibt.
Philipp-Holzmann-Str. 15

In einem Vorgarten am Anwesen Philipp-Holzmann-Straße 15 steht ein sehr hübsch mit Moos bewachsener Grenzstein, der sicherlich dort nicht immer stand. Ich werde gelegentlich die Anwohner fragen, woher dieser Stein stammt.


Grenzsteine auf Sprendlinger Privatgelände

Friedhof1Friedhof 2In einem Garten nahe dem Sprendlinger Friedhof stehen zwei herausgepflügte Steine aus Rotliegendem von der Rostadt (?). Der rechts abgebildete ist mit einem "H" gekennzeichnet. Beim genaueren Hinsehen erkennen ganz schwach ein "y". Möglicherweise gehört dieser Stein zu einer Serie, zu der auch der oben beschriebene Stein an dem Lettkautweg gehört. Dessen "H" ist dem dieses Steines sehr ähnlich.  Der andere Stein in diesem Garten trägt die Aufschrift "GL 1751" (s. rechte Abbildung). GL steht wohl für "Gemeinde Langen".
Anmerkung 10/15: Beide Steine stehen jetzt im Langener Lapidarium.

Garten Horst Schmidt RingIm Garten eines Anwesens am Horst-Schmidt-Ring steht ein Stein mit der Inschrift " JR 1821". Auf der anderen Seite sind drei Kreise eingemeißelt, wobei ein Kreis oben einen Strich mit einem Querstrich (= Winkel) aufweist. Die jetzigen Eigentümer des Anwesens haben den Stein vom Vorbesitzer übernommen. Der ursprüngliche Standort ist nicht bekannt.


Grenzsteine auf Buchschlager Privatgelände

Buchschlag
In einem Privatgarten Im Bachgrund steht ein guterhaltener Stein mit einem "G" auf einer Seite. Der Besitzer erklärte, er habe ihn vor ca. 30 Jahren in der Nähe gefunden. Die einzige historische Grenze in der Nähe ist die zwischen den Waldungen von Mitteldick und der Sprendlinger Gemarkung (Breitensee). Der Stein passt nicht zu dem einzigen, den ich dort gefunden habe. Er hat allerdings starke Ähnlichkeit mit den Markierungssteinen der Dreieichbahn. Es ist zu vermuten, dass er von dort stammt.


Grenzsteine auf Egelsbacher Privatgelände

BirkenhofVor dem "Birkenhof" in Egelsbach, Buchenhöfe 15  (-->GIS) steht ein Grenzstein, der von einer der Egelsbacher Grenzen stammt. Auf einer Seite ist noch schwach ein "E" zu erkennen. In den Kopf hat jemand eine Vertiefung eingemeißelt. Dies ist auf jeden Fall nicht original.  Der Grunstückseigentümer konnte leider keine Informationen über die Herkunft dieses Steines geben.


L-E GrenzsteinLL-E 30In einem anderen Egelsbacher Privatgarten ist ein Stein zu finden, der ursprünglich an der Grenze von Egelsbach und Langen, Zwischen der Bahnlinie und der B 3 (alt) stand. Er ist auf der einen Seite mit "E" und auf der anderen - welch Überraschung mit "L" gekennzeichnet.  In den gleichen Garten ist übrigens (aktenkundig bei der unteren Denkmalschutzbehörde) der in der Nähe des ehemaligen Forsthauses  Krause Buche herausliegende Stein Nr. 30 der LL-E Gütergrenze verbracht worden. Die eine Seite trägt ein "E / 30" (s. Abb. rechts) und die andere ein "LL". Zur Erinnerung: Diese Grenze schied den Privatwald des Landgrafen Ludwig (von Hessen) in der Koberstadt von der Egelsbacher Feldgemarkung. Die Dokumentation dieser Grenze ist für 2012 geplant.

Grenzsteine auf Langener Privatgelände

An der B3Fährt man auf der alten B 3 von Egelsbach nach Langen, sieht man vor der Hochspannungsleitung rechterhand ein Gebäudekomplex -->GIS,  an dessen Nordostecke ein Grenzstein aus Sandstein steht. Er trägt die Inschrift "CI" oder "CL". Die Eigentümerin des Anwesens konnte keine Angaben über die Herkunft des Steines machen (Foto: C. Hartmann)


Grenzsteine auf Urberacher Privatgelände

EichenbühlIm Garten eines Anwesens in Urberacher Eichenbühl ist der abgebildete Grenzstein aufgestellt (Foto: G.F. Ott). Die Vermutung liegt nahe, dass dies nicht der Originalstandplatz ist. Es handelt sich um einen bemerkenswerten Stein mit einem schönen Wappenschild, in dem drei Blüten abgebildet sind. Ähnliche Wappen sind in Lit. Zorn nicht dargestellt, ebenso nicht im Hessischen Ortswappenverzeichnis. Man sollte vielleicht einfach einmal an der Haustür klingeln und nachfragen. 


Grenzsteine auf dem Gelände des Seligenstädter Bauhofs

SelihenstadtSeligenstadtSeligenstadtSeligenstadt Jemand erzählte mir nebenbei, dass auf dem Seligenstädter Bauhof einige Grenzsteine aufbewahrt würden. Auf dem Weg zum Eis-Kaiser fuhr ich am Bauhof vorbei und entdeckte auf der Grünanlage vor dem Bürogebäude ein kleines Lapidarium. Dort stehen/liegen neben einigen bearbeiteten Steinen (Spolien) auch vier Grenzsteine, die hier zu Dokumentations- zwecken abgebildet werden. 
Nachtrag 11/2013: Erfreulicherweise hat man zwischenzeitlich in Seligenstadt den historischen Wert dieser Grenzsteine erkannt. Man hat sie sehr repräsentativ im Seligenstädter Rathaus aufgestellt. Lesen Sie --> hier einen Bericht der Offenbach-Post.
Nachttrag 2/2014: Timo Seibert aus Offenthal teilte mit, dass im Seligenstädter Museumsdepot des Kreises Offenbach zwei schöne Grenzsteine aufbewahrt werden, einer mit dem Mainzer Rad und der Jahreszahl 1774, der andere mit einer Bischhofmütze und der Inschrift "RR3J"? und 1755 (Fotos liegen vor).
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DRI EICH - Stein

Im Langener Stadtmuseum (Altes Rathaus) und im Dreieich-Museum in Dreieichenhain sind zwei Abgüsse eines Steines zu finden, dessen Original im Stiftsmuseum in Aschaffenburg steht. Es handelt sich um ein aus zwei Bruchstücken zusammengesetzte ca. 60 cm hohe Steinsäule. Der Stein ist schön ornamental verziert. Auf der Vorderseite erkennt man  Eichenblätter mit Eicheln. Seine Besonderheit für unsere Lokalhistorie ist die Tatsache, dass im unteren Bereich "DRI / EICH" (in zwei Zeilen) eingemeißelt ist. Es soll sich um den oberen Teil eines Grenzsteins des Wildbanns Dreieich handeln. Die Steinfragmente  wurden 1920 vom Aschaffenburger Museum erworben. Sie sollen von der westlichen Seite der alten Aschaffenburger Mainbrücke stammen und den östlichsten Grenzpunkt des Wildbanns Dreieich markieren (s. Dokumentation unten).

Dri Eich 1Dri Eich 2Dri Eich 3Dri Eich 4Fotos: Stiftmuseum,
Museen der Stadt Aschaffenburg
Detail










Rätselhaft war die Tatsache, dass diese Säule auf allen vier Seiten bearbeitet war und dass sie sicherlich kein üblicher Grenzstein war. Es handelt sich auch nicht um eine Zweitverwendung, da "DRI EICH" von Anfang an auf der Vorderseite der Säule eingemeißelt war.

Kreuz MerianKreuz KobellEs bedurfte intensiver Recherche im Internet, auch der Zufall spielte eine Rolle, bis ich ein Merian-Bild und eine alte Literaturstelle verknüpfen konnte, um das Rätsel zu lösen: In Lit. Buri (1744), zitiert in Lit. Simon (1865) S. 181, nachzulesen in Lit. Grimm, wird die Grenze des Wildbanns beschrieben. Sie verläuft von Vilbel in östlicher Richtung nach Hochstadt, dann dem Braubach entlang zum Main. Von da: ".. vffen tzu Stockstadt an der Isern phale, den Meyne aber offen tzu aschaffenburg mitten vff die brucken an das crutze ...". Das Kreuz auf der Brücke war demnach dieser Grenzpunkt. Auf einem Stich von Merian (1655) erkennt man auf der westlichen Seite der Brücke ein Kreuz. Dieses ist auch auf einem Gemälde von Kobell (1786) zu sehen. Auf beiden Bildern steht das Kreuz auf einem Steinsockel. Die Vermutung liegt sehr nahe, dass die im Museum ausgestellte Säule mit dem Steinsockel des bei Buri erwähnten und auf beiden Abbildungen erkennbaren Kreuzes identisch ist. Heimatkunde kann sehr spannend sein!

Die erste Brücke wurde 989 unter Erzbischof Willigis aus Holz erbaut. 1408 wurde die Mainbrücke durch schweren Eisgang zerstört. Ab 1140 wurde begonnen, die Holzbrücke durch einen steinerne zu ersetzen. 1338 wurde im Dreieicher Weistum, das oben zitiert wurde, das Brückenkreuz als Grenzpunkt des Wildbanns erwähnt. Erst Ende des 15. Jahrhunderts konnte die Steinbrücke endlich fertiggestellt werden. Anzumerken ist allerdinge, dass das Kreuz auf beiden Abbildungen nicht "mitten vff die brucken" steht, sondern auf einem Bogen der südwestlichen Brückenhälfte. Lit. Grimm, A. In Lit. Scharff wird dazu ausgeführt, dass das Kreuz den "Schiffsgang", d.h. die Fahrrinne bezeichnet, welche wohl die Grenze darstellte, 

Nachtrag: Frau Anja Lippert, Stadt Aschaffenburg, stellte mir Literatur über die Aschaffenburger Brücke zur Verfügung, in der auch dieses Kreuz erwähnt wird. In einer Fußnote wurde eine Literaturstelle von Nahrgang aus dem Jahr 1958 erwähnt. Der Nestor der Dreieicher Heimatforscher schrieb:
... "Von diesem einzigen erwähnten Grenzzeichen der Dreieich, dem Kreuz auf der Aschaffenburger Mainbrücke, wird heute noch ein Teil des Schaftes mit Eichenblattranken und der Inschrift "DRIEICH" im Stile der Zeit um 1200 im Stiftsmuseum in Aschaffenburg aufbewahrt."
Lit.: Nahrgang (14).


Dokumentation:

1. Beschriftung der Infotafel im Museum:
Grenzstein der Gemeinde Dreieich
Der Pfeiler zeigt auf der linken Seite eine Reihe von Palmetten, rechts Blattranken. Auf der Vorderseite ist eine Eichenblattranke zu erkennen. Auf dem Fuß ist eine Inschrift eingeschlagen: DRI / EICH, die von der Letztverwendung des Architekturfragmentes als Grenzstein zeugt. Der obere Rand des Pfeilers ist abgearbeitet, er war ursprünglich vielleicht an einer Kirche verbaut, bevor er zu einem Grenzstein umfunktioniert wurde.

2. Datenblatt MSA 423
Grenzstein Dreieich.
Achteckiges Pfeilerstück.
Vorderseite: senkrechte Blattranken, leicht in die Vorderfläche eingetieft. Oben Reste eines eingeschlagenen Wortes.
Unten: Initialschrift " DRI EICH", dabei die Wortteile untereinander angeordnet.
Linke Seitenfläche: Blattpalmetten; rechte Seite: Eichblattmuster.
Rückseite: Blattmuster verschlagen. Die Eckschrägen glatt mit aufgesetzten, tauähnlichen Vorlagen
Objektmaß: 55 x 25 x 25 cm, Sandstein, rötlich.
Bemerkungen: Grenzstein: Herbert Paulus: "Die Starnberger Fragmente" Neue karolingische Ornamentsteine in Bayern - Für die geplante, jedoch nicht erschienene Festschrift Kömstedt. Erschienen in den "Nachrichten des Deutschen Instituts für merowingisch-karolingische Kunstformen". 1951, S. 5, Erlangen. Nach Paulus 1920 von J. Friedrich erworben (P. S. 5, Anmerkung A 20) Paulus datiert den Aschaffenburger Stein ebenso wie die beiden Fragmente im Heimatmuseum
Starnberg - wenn auch mit Vorsicht - ins 9. Jh. - Der Inschrift-Charakter ist von Paulus für die Datierung nicht herangezogen.
Zusatzinformation: Jean Friedrich leitete das Aschaffenburger Museum zwischen 1900 und 1930.

3. Anmerkung 20 aus  Herbert Paulus: "Die Starnberger Fragmente" Neue karolingische Ornamentsteine in Bayern
Der Stein wurde im Jahre 1920 dem Stadtmuseum zu Aschaffenburg einverleibt, wie das aus einem Brief des damaligen Aschaffenburger Konservators Johann Friedrich an die Direktion des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg hervorgeht.  Das Aschaffenburger Inventar ist verbrannt. Anamnestisch gibt der derzeitige Leiter, Dr. E. Schneider, unterm 1. 12. 50 folgendes bekannt: „Der Stein stammt vom jenseitigen Ufer der alten Aschaffenburger Main-Brücke und dürfte die nordöstlichste Markierung des Wildbannforstes Dreieich gewesen sein." - Als Entstehungszeit dürfte der Anfang des 13. Jh. in Frage kommen.

4. Infotafel Stadtmuseum Langen
Grenzstein (Abguss) markierte den Wildbannforst Dreieich

5.. Inventarverzeichnis Dreieich-Museum
Inv.Nr.: DRM  96/305: Nachbildung: Oberer Schaft des Grenzsteines der Dreieich auf der Brücke zu  Aschaffenburg, Original im Stiftsmuseum Aschaffenburg.

6. Text in "Hessische Heimat" 27 (1977), Heft 2, 2. Umschlagseite (auf der Titelseite ist der Stein abgebildet)
Stein des Hainer Wildbanns, um 1200


Kommentar:
Nicht korrekt ist die Überschrift der Infotafel im Aschaffenburger Museum ("Grenzstein der Gemeinde Dreieich"). Die Stadt Dreieich  wurde 1977 gegründet. Die Inschrift auf der Säule ist sicherlich nicht nachträglich eingefügt worden: Zunächst einmal stellte der Steinmetz eine Steinsäule mit rechteckigem Grundriss her. Dann wurden die Eckschrägen mit den tauähnlichen Vorlagen geschlagen. Danach meißelte der Steinmetz die Ornamente in die übriggebliebenen Flächen der ursprünglichen Steinsäule. Es ist auf dem Bild deutlich zu erkennen, dass die Fläche in der DRI EICH eingemeißelt ist, der ursprünglichen Ebene der Steinsäule entspricht. 

Ich danke Frau Anja Lippert von der Stadtverwaltung Aschaffenburg für die Überlassung der Bilder und des Datenblattes und Frau Clara Hartmann für die Fundstelle Paulus.

Stein am Gerichtsort Haselberg

HaselbergHaselberg KarteDer Gerichtsort Haselberg taucht immer mal wieder in alten Unterlagen zum Wildbann Dreieich auf. Daher soll der Stein, der diesen Ort markiert, hier beschrieben werden. Er steht südlich von Rüsselsheim am Grenzpunkt von fünf Gemarkungen: Seilfurt-Rüsselsheim, Königstädten, Hof Schönau, Bauschheim und Bischofsheim. Man erreicht ihn, wenn man die BAB Ausfahrt Rüsselsheim Mitte in südlicher Richtung nimmt und die erste Parkmöglichkeit nutzt (s. Karte rechts, Quelle:  E.E. Metzner). Man kann diesen Spaziergang sehr schön mit einem sehr empfehlenswerten Besuch der alten Opel-Rennbahn im Wald auf der anderen Straßenseite verbinden. Der Haselberg-Stein ist ein Granit-Findling, auf dem die Grenzen der Gemarkungen eingraviert sind (Norden nach unten). Eine Infotafel gibt Hintergrundinformationen. Im Internet gibt ein Artikel von E.E. Metzner zusätzliche Informationen. Ich erinnere mich, etwas über die Beziehung des Gerichtsortes Haselberg zur engeren Landschaft Dreieich gelesen zu haben. Ich werde berichten.


Grenzsteine an der L 3097 zwischen Messel und Urberach

Messel-Urberach Dieser Grenzstein soll hier kurz erwähnt werden, weil er relativ prominent an der südlichen Seite der Landstraße zwischen Messel und Urberach, gut 200 m vom Waldrand zu Urberach entfernt  am Straßengraben steht (-->GIS). Er ist ca. 70 cm hoch. Auf der Nordseite ist ein kleines "U" für Urberach eingemeißelt. Auf der Seite gegenüber erkennt man ein "DW" für Domanialwald und darunter eine vertiefte Fläche, in der wohl früher der Hessische Löwe abgebildet war. Heute ist davon kaum etwas zu erkennen. Hinter dem Stein zieht sich ein Graben in südlicher Richtung. Es handelt sich um einen Stein, der die Grenze des Großherzoglich-Hessischen Domanialwaldes vom Gemeindewald Urberach markierte. Es ist fraglich, ob der Stein an seinem Originalstandplatz steht; zumindest handelt es sich um einen amtlichen Grenzpunkt. Der Graben hinter dem Stein scheint kein Grenzgraben gewesen zu sein. Man müsste in den Archiven die früheren Grenzverläufe analysieren, um mehr Informationen über diesen recht imposanten Grenzstein zu erhalten.



Einsamer Grenzstein im Breidert (Ober-Roden) erhält Gesellschaft

Artikel Offenbach-PostKarte Breidert In einem Artikel der Offenbach-Post vom 21.2.2013 (ca.) wurde von einem rätselhaften Stein im Wald südlich der Wohnsiedlung Breidert (Ober-Roden) berichtet (-->GIS). Am Ende der Ausführungen wurde überraschenderweise mein Name erwähnt, mit dem Hinweis, dass ich mich um diesen Stein kümmern soll. Obwohl er nicht in meinem regionalem Arbeitsgebiet steht, betrachtete ich dies als Herausforderung und begann zu recherchieren: Die moderne Gemarkungsgrenze von Ober- und Nieder-Roden verläuft ca. 150 m weiter nordöstlich dieses Steines, er steht somit nicht auf einer aktuellen Grenzlinie. Eine Karte aus  Lit. Nahrgang (2) brachte mich auf die Vermutung, dass die Grenze früher anders verlief, nämlich nicht der Wenzelswiese entlang, sondern entlang des Weges südlich dieser Wiese, um dann nach Norden abzubiegen. Der besagte Stein steht allerdings ebenfalls nicht auf dieser vermuteten alten Grenzlinie.

Breidert Stein 2Breidert Stein 1 NordseiteBreidert Stein2 SüdseiteBei einer Begehung mit Herrn Karlheinz Weber (s. OP-Artikel) wurde der Stein (Nr. 1 auf der Karte) dokumentiert: Die Nordseite ist mit einem  "F" und die Südseite mit einem "G" gekennzeichnet. Wir haben noch keine Erklärung für diese Beschriftung. Auf der Nordseite der Wenzelswiese fanden wir einen abgebrochenen Güterstein. An dem oben erwähnten Weg südlich der Wenzelwiese, der mittig ziemlich dicht mit blau gekennzeichneten Basalt-Grenzsteinen markiert ist, stießen wir an einer leichten Biegung auf einen herausliegenden Stein (Nr. 2 auf der Karte), den wir an Ort und Stelle wieder aufrichteten. Die Inschrift auf der Nordseite war zunächst rätselhaft; schließlich identifizierten wir sie als spiegelverkehrte "14". Auf der anderen Seite war nichts zu erkennen. Ca. 80 m weiter Breidert Stein 3nordöstlich stießen wir auf einen weiteren Stein, der nur wenig aus dem Boden schaute. Er war der Länge nach gebrochen, das Bruchstück steckte dicht am Rest des Steines. Auf der Ostseite ist ein Kreis eingemeißelt ("O" für Ober-Roden?). Die Inschrift auf der zerbrochenen Westseite konnten wir nicht leicht entziffern: Rechts war ein "I" zu erkennen. Links, auf dem abgebrochenen Teilstück, sah man zwei Linien, die sich oben spitzwinklig berühren. Es könnte sich demnach um ein "N" für Nieder-Roden handeln.

Ohne weitergehende Recherche in den Archiven kann man den historischen Kontext der drei Grenzsteine nicht nachvollziehen. Ober- und Nieder-Roden gehörten früher zur Röder Mark. Das bedeutet, dass der Wald den dortigen Gemeinden gemeinsam gehörte. Davon unberührt waren die Jagd- und sonstigen Nutzungsrechte der Territorialherren. Es gab im Mittelalter und in der frühen Neuzeit heftigste Streitereien zwischen den unterschiedlichen Parteien. 1819 wurden die Waldgebiete der Rödermark unter den Gemeinden aufgeteilt und die Grenzen besteint. Seit diesem Zeitpunkt gibt es im besagten Waldabschnitt die Grenze zwischen Ober- und Nieder-Roden. Diese Grenze stieß südlich der heutigen B 45 auf die Grenze der Röder Mark zur Babenhäuser Mark. Die Steine 2 und 3 können demnach nichts mit der Grenze der beiden Marken zu tun haben, es sei denn, dass das Gelände zwischen dem Weg südlich der Wenzelswiese bis zur Grenze der Babenhäuser Mark unbewaldet war. In diesem Fall würden die Steine 2 und 3 die Grenze der Röder Mark zu einer Wiese im "Niemandsland" markieren. Auf dem Messtischblatt von 1887 ist zu erkennen, dass das Gebiet südlich der Steine 2 und 3 nicht bewaldet war ("Kratzenrott"); auf der modernen Flurkarte sind dort noch Ackerstreifen zu erkennen, die allerdings nicht bis zur Markwaldgrenze reichen. Gehören die Steine 2 und 3 möglicherweise zu der Besteinung dieser Grundstücke? Dies gilt sicherlich für die blau gekennzeichneten Basaltsteine auf diesem Weg.

Gegen die oben erwähnte These, dass die Gemarkungsgrenze früher anders verlaufen ist (blaue Linie) spricht, dass dort im weiteren Verlauf keine Steine gefunden werden konnten. Bei einer weiteren Begehung wurde ein recht verwitterter Grenzstein aus hellem Sandstein auf der heutigen Grenzlinie, ca. 20 m südwestlich des Knick der Grenze von Südwest nach Nordost (s. Karte oben). Die Herkunft des Stein Nr. 1 bleibt ungeklärt. Für einen Ober-Rodener Lokalhistoriker sind das höchst interessante Fragestellungen.

In der Offenbach-Post  (Online Ausgabe) wurde am 3. 4. 2013 über diese Steine unter der Überschrift "Alter Schutt aus Messenhausen" berichtet. Ein Lokalhistoriker behauptet, dass die Steine 2 und 3 die Grenze der Röder Mark kennzeichnen, ohne dass er einen Beleg dafür nennt (die Markwaldgrenze verlief weiter südlich, s. o.). Seine Anmerkungen zum Stein 1 sind starker Tobak: Er behauptet, der Stein sei "1303 bei Messenhausen aufgestellt und Jahrhunderte später bei Wegarbeiten ausgebuddelt worden. Als illegal entsorgter Bauschutt der angeblich so guten, alten Zeit wurde er einfach im Ober-Röder Wald abgekippt." Das "M" auf dem Stein stehe für Messenhausen.

In dem Artikel genannten Vertrag zwischen Eppstein und Hanau vom 13.4.1303 geht es mitnichten um zu klärende Grenzstreitigkeiten, sondern um bestimmte Rechte im Dorf Ober-Roden (StAD, B10, 56). Ober-Roden besitzt auch eine Grenze zu Messel, an dessen Grenzen die Steine nachgewiesener weise mit "M" bezeichnet sind. Der Stein könnte also auch von der Messeler Grenze stammen. Dies ist aber irrelevant, weil der Stein Nr. 1 auf der einen Seite mit einem "G" und auf der anderen Seite wahrscheinlich mit einem "F", mit Sicherheit nicht mit einem "M" gekennzeichnet ist. Dem "Lokalhistoriker" sei angeraten, sich in den Archiven mit den alten Flurgrenzen und dem Waldteilungsprotokoll von 1819 zu beschäftigen, bevor er diesen Bauschutt-Unsinn in der Offenbach-Post dem staunenden Publikum präsentiert. Wie dem auch sei, die Herkunft des Steines Nr. 1 ist immer noch ungeklärt.


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