Steine in der Dreieich
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Steinbrücken


Es gibt in der Landschaft Dreieich nur noch wenige Natursteinbrücken. Die schönste ist zweifellos die Brücke über den Teich im Schloss Wolfsgarten, allerdings ist sie nicht aus Sandstein, sondern aus rotgefärbten Beton. Trotzdem ist sie die Schönste von allen. Die größte Natursteinbrücke führt die Rheinstraße in Offenthal über die Dreieichbahn. Die unbekannteste ist die Brücke der Dreieichbahn über den Hengstbach. Für mich persönlich ist die wiederentdeckte Steinplattenbrücke am Dreieichenhainer Wald die interessanteste. Ich habe ihr eine eigene Seite gewidmet. Klicken Sie --> hier.

Steinbrücken in Langen
Steinbrücken in Sprendlingen
Steinbrücken in Dreieichenhain
Steinbrücken in Götzenhain
Steinbrücken in Offenthal



Steinbrücken in Wolfsgarten und Langen

Teichbrücke im Schlosspark Wolfsgarten
Wolfsgarten1a Wolfsgarten1b Wolfsgarten1c
Sehr zum Leidwesen der Egelsbacher gehört das Schloss Wolfsgarten zur Langener Gemarkung. Diese wunderschöne Brücke wurde aber gebaut, als Wolfsgarten noch eine eigenständige Gemarkung war, nämlich 1902, als der Park im Englischen Stil umgestaltet wurde. Das private Gelände ist zur Rhododentronblüte im Frühjahr an zwei Wochenenden und zum "Fürstlichen Gartenfest" im Herbst geöffnet. Ein Besuch lohnt sich!

SterzbachbrückeDie kleine Brücke über den Sterzbach in Langen liegt in der Bachgasse/Borngasse, kurz bevor der Sterzbach in den unterirdischen Orkus verschwindet. Zusammen mit den Sühnekreuzen ist dies ein wunderschönes Ensemble, leider haben sich Graffiti"künstler" daran versucht. -->GIS.







Steinbrücke Neurott
Neurottbrücke NordwestNeurottbrücke NordostIm Langener Wald, westlich der Siedlung Neurott, überquert die Fichtenschlagschneise einen Graben mittels einer sehr schönen, mittlerweile etwas lädierten Sandsteinbrücke. Zwischen 1828 und 1835 wurde dieses  Gebiet gerodet. Auf dem Messtischblatt von 1876  ist der Graben mit der Brücke im freien Feld eingezeichnet. Zwischen 1901 und 1929 wurde das Gebiet wieder aufgeforstet. Der Graben entwässerte früher die Neurott-Wiesen. Diese Funktion wurde durch den Bau der Siedlung (Housing Area) in den 50er Jahren überflüssig. Daher wurde die Brücke auch nicht durch eine Verrohrung ersetzt, sondern dem Verfall preisgegeben. Mehrere große Steine sind aus ihrer Verankerung gerissen und liegen jetzt im Graben. Es wäre schön, wenn diese Brücke wieder restauriert werden könnte. Der Grenzstein rechts unten in der Abbildung wird übrigens im Kapitel Grenzsteine beschrieben. -->GIS
Nachtrag 3/2012: Zwischenzeitlich habe ich die Brücke etwas freigelegt (kleine Bilder oben rechts). Ich habe mir vorgenommen, dafür zu sorgen, dass die Brücke wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden wird.

Neurott-BrückeBrücken NeurottgrabenIn Fortsetzung des oben beschriebenen trockenen Grabens finden wir weitere Brücken, über welche die Waldschneisen diesen überquerten. Die nächste an der Finkenschneise (Fortsetzung der Buchschlagschneise) ist verrohrt und damit uninteressant. Die Brücke an der Einzelheckschneise ist eine sehr gut erhaltene Sandsteinbrücke mit einem trogförmigen Unter- und  Oberprofil. Eine Aufnahme des Inneren der Brücke verdeutlicht dies. --> GIS. Die nächste Brücke in dem Verlauf des Trockengrabens befand sich an der Siebenten Stein Schneise. Sie war verrohrt und wurde wegen Funktionslosigkeit eliminiert. Die Überreste in Form des einbetonierten Rohres liegen noch im Graben.



Steinbrücken in Sprendlingen


Alte Hengsbachbrücke SprendlingenHengstbachbrücke neuDas linke Bild (Archiv Baumbusch)  zeigt die in den 50er Jahren abgebrochene zweibogige Sandsteinbrücke über den Hengstbach an der B 3. Ich erinnere mich noch gut daran, als kleiner Junge mit Herzklopfen und ohne Schuhe unter den Bögen durchgewatet zu sein. Und sonntags an die Taubenpickster, die auf den breiten Sandsteinbrüstungen auf die Rückkehr ihrer Tauben warteten. Die Brücke, wie auch einige Fachwerkhäuser, fielen der Verbreiterung der Darmstädter Straße zum Opfer. Auf dem rechten Bild wird die Tristesse der rezenten Architektur überdeutlich. Die handwerklich exzellent ausgeführte Sandsteinmauer rechts wurde mit 2008 mit einer starken Betonbrüstung versehen, um die Anwohner der Vogtei vor den häufigen Jahrhunderthochwässer zu schützen.


An dieser Stelle noch eine Anmerkung über den Ausbau des
Hengstbachprofils: Die Sohle des Bachbettes wurde in den 1950er Jahren zwischen dem Mariahallweiher und der Poststraße betoniert und ihr ein Rinnenprofil verpasst. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass vorher in trockenen Sommern die Algen im Bachbett verfaulten. Das roch nicht allzu gut. Für uns Kinder war es trotzdem schöner, im nichtbetonierten Bachbett zu spielen und "die Bach" aufzustauen. Aus heimatkundlicher Sicht war es ein Frevel, den Mariahallweiher in den 60er Jahren zuzuschütten (von dem Verlust dessen Sandfang-Funktion einmal abgesehen). Oberhalb des Mariahallweihers (Richtung Schwimmbad und Theisenmühle) ist der Hengstbach nicht gefasst. Vor dem Zufluss zum Mariahallweiher floss der Hengstbach durch ein ca. 10 m. langes Gewölbe, das beim Hochwasser 1981 zerstört und nicht mehr wiederhergestellt wurde. Ich gründete Anfang der 70er Jahre übrigens eine Bürgerinitiative, die erfolgreich gegen die Betonierung des Hengstbaches bis zur Theisenmühle und darüber hinaus protestierte.

BachbettBei den Ufermauern kann man verschiedene Bauperioden unterscheiden: zwischen Lindenplatz und Bachstraße wurden am rechten Ufer unregelmäßige rotliegende Steine benutzt (desgleichen hinter dem heutigen Gemeindehaus der Erasmus- Alberus- Gemeinde). Nördlich der Brücke der Darmstädter Straße über den Hengstbach steht die rechte Ufermauer schief (s. Abb. rechts). Diese Befestigung ist wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Bau der alten Chausseebrücke um 1800 entstanden und dürfte die älteste Uferbefestigung sein. 1929 wurde diese renoviert (Archiv Stadt Dreieich, Findbuch Sprendlingen S. 471). In der 2. Phase wurden recht regelmäßige rotliegende Steine zum Hochmauern der Ufer benutzt. Sie sind südlich der o.g. Brücke zu finden, an der Vogtei (s. Abb. rechts), an der Bachstraße und an dem Pfädchen nördlich der Eisenbahnstraßenbrücke. Meiner Einschätzung nach dürften diese um 1910 vermauert worden sein, als die alte Gartenstraßenbrücke errichtet worden ist. Die dritte Bauphase war Anfang der 1920 er Jahre, als die Ufer mit Betonmauern befestigt wurden (z.B. an der verlängerten heutigen Auestraße). Im Rahmen der Bachbettsohlen-Betonierung in den 50er Jahren wurden auch die Bachufermauer zwischen der Bangertsgasse und der Bachstraße betoniert.

BachbettDie ehemalige "Schließ" an der Liebknechtstraße wurde ebenfalls 1920 erbaut (betoniert). Sie diente zum Aufstauen des Hengstbaches, um die Niederwiesen zu fluten (Eisgewinnung im Winter). Vermutlich befand sich dort vorher eine ältere Stauanlage. Die "Schließ" verschwand mit dem Ausbau des Hengstbaches in den 1950er Jahren. Einige Meter vor der Poststraße bis einige Meter hinter der August-Bebel-Straße wurden die Ufermauern mit großen Granitsteinen hochgezogen. Hinter der ehemaligen Heinrich-Heine-Schule wurde eine "Rutsch" eingebaut, die das Bachbett um ca. 2 Meter vertiefte. Das war offensichtlich nötig, um den Bau des Auslaufes eines Regenrückhaltebeckens an dieser Stelle zu ermöglichen.  Schön sieht das alles nicht aus (s. Abb. rechts). Es wird aber aufgewogen durch die fast elysische Landschaft, die sich westlich der August-Bebel-Straße am renaturierten Hengstbach und den Baierhansenwiesen dem Auge des morgendlichen Spaziergängers bietet.

Wenn wir schon einmal beim Hengstbach sind: In "Der Erzähler aus der Landschaft Dreieich", Lit. NN (3), wird 1881 berichtet, dass bei unserem Sprendlingen die Heinrichs-Bach fließt. "Da man früher den Mannesnamen Heinrich in Henrich, Hench, Henner, Henkel zu verwandeln beliebte, so musste sich das Wässerchen auch die vielerlei Benennungen gefallen lassen; bis dann in jüngster Zeit ein Ueberkluger die die Verbalhornung in Hen
gstbach zuwege brachte. Amtlich schrieb man noch in vorigem Jahrhunderte Hennersbach, Henkelsbach und Henchsbach."


Parkbad 2Der Hengstbach fließt mitten durch das Gelände des Sprendlinger Parkschwimmbades. Das Bachbett ist einige Meter eingeschnitten, naturbelassen und wildromantisch. Die Behörden wollten Anfang der 1970er Jahre das Bachbett betonieren. Eine Bürgerinitiative, an der der Autor dieser Zeilen nicht ganz unbeteiligt war, konnte dies glücklicherweise verhindern. Der Hengstbach fließt südwestlich am Theisenmühler Weiher vorbei und unterquert den zur Theisenmühle führenden Weg  mittels der links abgebildeten Natursteinbrücke (gebaut um 1840), bevor er auf das Schwimmbadgelände trifft. Das Bild ist von der Schwimmbadseite aufgenommen. Einige Meter weiter vereinigt sich der Bach mit dem Mühlgraben der Theisenmühle (der mittels eines Betonrohrs den genannten Weg unterquert).  Lit: Runkel (2). -->GIS
Theisenmühlbrücke neuAnmerkung 6/2015: Nach einer Überschwemmung im Jahr 2014 war offensichtlich die Standfestigkeit der Theisenmühlbrücke nicht mehr gewährleistet. Sie wurde abgerissen und durch eine Betonbrücke ersetzt. Damit ist wieder ein Stück Heimat verlorengegangen. Beim Abriss kamen große Steinplatten (ca. 100 x 100 x 30) aus Rotliegendem zum Vorschein, die in der Brücke verbaut waren. Beim Abriss der Brücke wurden sie leider stark beschädigt. Nachträglich muss man die Frage stellen, warum der Denkmalschutz oder der lokale Geschichtsverein sich nicht für die Erhaltung der Brücke eingesetzt haben.

Parkbad 1Das Eingangsportal dieses ca. 35 m langen "Hengstbachtunnels" im Sprendlinger Parkschwimmbad (-->GIS) dürfte den wenigsten Schwimmbadbesuchern bekannt sein. Das Portal und das Gewölbe sind mit Ziegelsteinen gefertigt, während das nicht zugängliche Nordportal verrohrt zu sein scheint. Der Hengstbachtunnel unterquert das Verbindungsgelände zwischen den Schwimmbecken und der Liegewiese. Er wurde sicherlich in den 1880er Jahren erbaut, als die Mariahall zu einem bedeutenden Zuchtstall für Traberpferde umgebaut wurde. Die heutige Liegewiese diente damals als Übungs-Rennbahn. Das Oval dieser Rennbahn ist noch deutlich zu erkennen. Die Sandsteinbrücke weiter bachabwärts an der Straße "Am Schwimmbad" wurde 2010 (leider) durch eine Betonbrücke ersetzt. Noch ein Stück weiter gab es vor dem ehemaligen Mariahallweiher eine weitere Geländeuntertunnelung, die während einer Hengstbachüberschwemmung (1981) einstürzte und dann beseitigt wurde.
Mariahall-KarteAnmerkung 1/2016: Im Stadtarchiv Sprendlingen (Stadtarchiv Dreieich) entdeckte ich eine bisher noch nicht veröffentliche Karte des Mariahall-Geländes. Daraus geht eindeutig hervor, dass über diesen Hengstbachtunnel die Trainierbahn für die Traber des Gestüts Mariahall führte. Das oben erwähnte Oval auf der Liegewiese wurde erst nach dem Bau des Schwimmbads 1928 als Sportstätte angelegt. Auf der Karte ist auch die Grabstätte der Helene Moessinger eingezeichnet, die 1922 im Alter von 30 Jahren verstarb. Auf der Website der Freunde Sprendlingens habe ich diese Karte ausführlich kommentiert.

EisenbahnstraßeIm Juli 2017 musste die Hengstbachbrücke an der Eisenbahnstraße aufgrund von Alterungserscheinungen erneuert werden. Die Betondecke wurde abgerissen und die Steinlagen des Widerlagers wurden bis auf zwei Reihen entfernt. Es handelte sich um sehr sorgfältig behauene Steine aus Rotliegendem. Leier lagen diese Steine bereits im Container, bevor sie gesichert werden könnten, um sie einer Zweitnutzung zuzuführen. Schade. Auf der Abbildung erkennt man die beiden Steinlagen mit der glatten Seite nach vorne. Nach hinten sind sie teilweise mit weiteren Steinen verzahnt.





BestewiesenschneiseDies ist die Brücke der Bestewieseschneise über den Luderbach im Herrnröther Wald. Wie man sieht, ist der Durchlass verrohrt. Links und rechts stehen jedoch noch die alten Brückenmauern mit einem Rundbogen, der einen größeren Radius besitzt wie das Rohr. Beide Mauern haben keine feste Verbindung mit dem Schneisenkörper und dem Rohr, sie stehen schief. Wahrscheinlich hat ein Hochwasser sie unterspült. Hinter dieser Brücke biegt die Holländerbornschneise nach Südosten ab. Dort soll nach Nahrgang das "Frauenkreuz" gestanden haben, ein unbeschriftetes Sühnekreuz. -->GIS





TriftbrückeDieses geheimnisvolle Brückengewölbe im Wald in der Sprendlinger Gemarkung harret der Erforschung. Wir werden an dieser Stelle berichten.










Steinbrücken in Dreieichenhain


BurgbrückeDie ursprüngliche Brücke zur Hainer Burg war natürlich eine hölzerne Zugbrücke, die über den Burggraben führte und die burgseitig in einen Torbau führte. 1783 wurde diese dreibogige Steinbrücke über den Burggraben gebaut. In den letzten Jahren wurde die Brücke aufwändig saniert und die Brüstungshöhe den aktuellen Bestimmungen angepasst.





Steinplattenbrücke
Diese erstmals 2010 beschriebene (W. Ott) historische Steinplattenbrücke eines aufgelassenen Weges über einen trockenliegenden Entwässerungsgrabens an der Dreieichenhainer - Langener Gemarkungsgrenze ist ein selten gewordenes technisches Zeugnis des frühen Wegebaus. Klicken Sie auf das Bild, um mehr über diese und andere Steinplattenbrücken  zu erfahren.





Winkelsmühle
Dieses Bild zeigt die Straßenbrücke über den Hengstbach an der Winkelsmühle von Nordwesten aus gesehen. Es handelt sich um eine Gewölbebrücke aus rotliegendem Sandstein. Durch die Verbreiterung der Straße und die Überleitungen von Rohren sieht die andere Seite weniger pittoresk aus. Mal sehen, ob ich noch etwas zur Baugeschichte der Brücke erfahren kann.







Steinbrücken in Götzenhain


Brücke GötzenhainDies ist die Brücke der Rheinstraße über den Hengstbach Richtung Sportplatz. Sie hat es in die "Denkmaltopografie des Kreises Offenbach" geschafft (aber fälschlicherweise unter "Schießgartenstraße"): "Kleine Brücke mit flachen Bogen aus Quadern und Bruchsteinen. Teile der Wangen aus stehenden Hausteinen sind später angesetzt; Material: Sandstein. Als Verkehrsdenkmal des 17. / 18. Jahrhunderts besitzt die Brücke heute Seltenheitswert und ist von Bedeutung für die Geschichte verkehrstechnischer Bauten." -->GIS.

RheinstraßeAnmerkung 11/2013: Die Brücke über den Hengstbach ist 2013 saniert worden. Leider ist das Sanierungsergebnis aus finanziellen, ästhetischen, handwerklichen und denkmalschützerischen Aspekten höchst unbefriedigend.
Die Kosten von 220.000 Euro betragen fast das Doppelte wie veranschlagt. Hier schluckt der steuerzahlende Bürger heftig. Hat das Baumanagement nicht funktioniert?
Der gemauerte Bogen musste aus Denkmalschutzgründen erhalten werden, daher war es aus statischen Gründen offensichtlich erforderlich,
neue Träger an den Seiten zu betonieren. Dadurch erhöhte sich die Fahrbahn um ca. 20 cm. Diese Betonträger hat man mit dicken, 50 cm hohen Steinquadern verblendet und darauf die alten Wangensteine gesetzt.
Leider hat man diese neuen Steinquader auf der Schauseite nicht geschnitten (damit sie eine ebene Oberfläche bekommen wie die alten Wangensteine), sondern man hat sie gebrochen, mit dem Ergebnis, dass die Bruchflächen sehr uneinheitlich sind (mal konkav, mal konvex). Das sieht sehr grobschlächtig aus. Ein Graus für einen Sandsteinfreund.
VergleichDie Brückenwangen standen vorher nur ca. 25 cm über der Fahrbahnoberfläche. Sie bestanden auf jeder Brückenseite aus zwei äußeren schräg angeschnittenen rotliegenden Steinen und vier mittleren leicht gewölbten Mainsandsteinen. Diese Wangensteine sitzen jetzt direkt auf den Betonträgern. Leider ist beim Ausbau der Wangensteine ein Stein zerbrochen, was einem erfahrenen Handwerker sicherlich nicht passiert wäre. Dafür ist ein neuer Stein angefertigt worden, der unglücklicherweise eine stärkere Wölbung aufweist wie die benachbarten Steine. Dadurch und die Tatsache, dass er glatte Schnittflächen und -kanten aufweist, wirkt er als Fremdkörper in der Steinreihe. Zumindest die Oberfläche sollte noch einmal durch Bossieren handwerklich überarbeitet werden, damit dieser Stein besser zu den anderen passt.
Erstaunlicherweise hat der Denkmalschutz keine Einwände dagegen gehabt, das verzinkte Eisengeländer direkt mittig auf den alten Wangensteinen zu befestigen. Wenn ein Wagen gegen das Geländer stößt, werden die Steine mit Sicherheit in Mitleidenschaft gezogen. Das Geländer hätte m. E. seitlich (
wie bei der alten Brückenversion) an den neu gesetzten Sandsteinquadern angebracht werden müssen.
Wenn wir schon am Meckern sind: hätte man nicht noch einige wenige Euro aufbringen können, um das z. Z. auf der Westseite der Brücke herumbaumelnde Kabel auf die Ostseite zu verlegen, wo bereits einige Versorgungsleitungen untergebracht sind? Das Ganze soll noch verfugt werden; ich glaube aber nicht, dass sich das Aussehen wesentlich bessern wird. Hier fehlt die Liebe zum Detail !


Bahnbrücke über HengstbachBahnbrücke 3Beim Bau der Dreieichbahn 1903-1905 musste in der Gemarkung Götzenhain der Hengstbach zweimal überquert werden. Man baute -wie damals üblich- schön konstruierte Bogenbrücken aus Sandstein über den Bach. Mögen sich heutige Zweckbauarchitekten ein Beispiel nehmen! Die Brücke links befindet sich direkt östlich des Bahnübergangs am Geisberg / Philippseicher Straße und ist wegen ihrer Unzugänglichkeit eine der unbekanntesten Bauwerke Dreieichs. -->GIS.  Die rechts abgebildete Brücke findet man südöstlich des Götzenhainer Ringwäldchens. -->GIS.


Steinbrücken in Offenthal


EisenbahnbrückeDie sehr elegante Brücke der Alten Rheinstraße in Offenthal über die Dreieichbahn (in der Nähe des Offenthaler Friedhofs) wurde um 1904 um Zuge des Baus der Dreieichbahn aus Sandstein errichtet. Als die Dreieichbahn in den 1990er Jahren modernisiert wurde, sollte diese Brücke durch eine moderne Betonbrücke ersetzt werden, da die Bauunterlagen samt Statik nicht mehr vorhanden waren. Glücklicherweise entschied man sich, die Originalbrücke zu ertüchtigen und somit der Nachwelt zu erhalten. Schade, sie liegt so versteckt, dass nur die Lokführer sich daran erfreuen können. -->GIS.



Durchlass B 486Herr Klaus Klepper aus Götzenhain machte mich auf einen historischen Grabendurchlass unter der B 486 zwischen Langen und Offenthal aufmerksam. -->GIS. Der Einlass auf der Südseite der Straße wurde im Rahmen der Baumaßnahmen an der Kreuzung mit der Phillipseicher Straße teilweise freigelegt. Er befindet sich am ersten Weg links, ca. 300 m von oben erwähnter Kreuzung Richtung Langen entfernt. Auf der Nordseite ist der Durchlass verrohrt. Nach der vollständigen Freilegung des Einlasses kam ein handwerklich hervorragend ausgeführtes technisches Kleindenkmal zum Vorschein. Die leicht beschädigte, abgeschrägte Deckplatte über dem 60 x 60 cm messenden Durchlass ist oben 164 cm breit und ruht vorne auf einer 45 cm breiten, konisch auf den Durchlass zugehenden Sandsteinmauer, deren vordere Oberflächenneigung dem Böschungswinkel der Straßentrasse entspricht. Die Vorderseite der Deckplatte ist leider beschädigt. Beim genauen Hinschauen erkennt man, dass sie mit einer Hohlkehle verziert war. Auf der rechten Seite ist die Kante eines Steines Durchlassbeschädigt. Ein Blick in das Innere des Durchlasses belegt erneut die Fähigkeiten der damaligen Handwerker. Der Durchlass stammt mit Gewissheit aus den Jahren 1839/40, in denen die Chaussee zwischen Langen und Dieburg gebaut wurde. Das Wasser des Grabens, der unter der Bundesstraße hindurchführt, entwässert einen kleinen, in einem Wäldchen gelegenen romantischen Teich, der ca. 130 m weiter südlich zu finden ist. Von diesem Teich soll früher eine Leitung nach Philippseich geführt haben, welche die Springbrunnen der Schlossanlage mit Brauchwasser versorgte. (6/2013)

Durchlass neuNachtrag 5/2014: Im Rahmen der Baumaßnahmen für die Offenthaler Ortsumgehung musste die B 486 im Bereich dieses Durchlasses vorübergehend einige Meter nach Süden verschwenkt werden, so dass der  Eingang des Durchlasses überbaut wurde. Sowohl Herr Klepper als auch ich baten die Straßenbaubehörde HessenMobil, den historischen Durchlass als Zeuge der früheren Straßenbautechnik zu erhalten. Dies erfolgte Durchlass neudankenswerterweise. Das Ergebnis ist technisch in Ordnung, ästhetisch jedoch sehr unbefriedigend: Die Anlage wurde großflächig mit Granitsteinen gepflastert, die Tiefe des Durchlasses wurden nicht genutzt, so dass die untere der beiden Sandsteinlagen kaum mehr sichtbar ist. Beim Verfugen der Granitsteine wurden die historischen Sandsteine gleich mit eingeschlämmt. Wir hätten etwas mehr Sensibilität für dieses kulturhistorisch interessante Kleindenkmal erhofft. Fazit: Operation gelungen, Patient tot.

Offenthaler HadesOffenthaler HadesHadesHadesEs war wiederum Herr Klaus Klepper, der mich darauf hinwies, dass die zur Ortsstraße degradierte ehemalige B 486 am westlichen Ortseingang von Offenthal ("beim Milzetti") den Fritzenwiesengraben überquert. Von der Straße aus erkennt man an der Ostseite ein Brückengeländer. Das Gegenstück an der anderen Straßenseite fehlt. Man muss um das Haus links des Geländers gehen, um an den Fritzenwiesengraben zu gelangen, der hier begradigt und in Betonhalbschalen gezwängt durch die Wiesen fließt. Man folgt dem Graben unter Nutzung von Gummistiefeln einige Meter und steht dann vor dem Eingang in die Offenthaler Unterwelt. Der Gang ist 11 Meter lang, 90 cm breit und besitzt eine Gesamthöhe von 150 cm. Der Boden besteht aus Betonhalbschalen in denen das Wasser fließt. Die Seitenmauern bestehen aus vier Lagen sorgfältig behauenen rotliegenden lokalen Steinen (30 cm hoch), wobei die unterste Lage etwas vorkragt. Die Decke ist aus bis zu einem Meter breiten Sandsteinplatten gefertigt, deren Dicke nicht abzuschätzen ist. Die erste Deckenplatte ist vorne unten abgerundet. Der Gang mündet in einen gemauerten, ca. 4 Meter langen Raum, an dessen Ende ein Betonrohr den Ausfluss des Wassers ermöglicht. Eine spätere Überprüfung ergab, dass das Rohr nach ca. 40 Meter zu Tage tritt. Bei dieser Unterführung handelt es sich um ein schönes straßenbau-historisches Kleindenkmal aus dem Jahr 1839/40, das es verdient, geschützt und erhalten zu werden. 2/2016

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