Steine in der Dreieich
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Die Menhire in Süd- und Mittelhessen


Ausgelöst durch die Langener Hinkelsteine beschäftigte ich mich in September und Oktober 2023 mit den Menhiren in Süd- und Mittelhessen im Rahmen von mehreren schönen Motorradtouren (deshalb auch die geografische Beschränkung). Viele der hier zusammengestellten Informationen sind im Internet erhältlich. Ich habe mich bemüht, alle relevanten Daten zusammenzufügen und auch die Standorte leichter auffindbar zu machen. Immerhin ist es mir gelungen, den jetzigen Lagerplatz des Kelkheimer Menhirs herauszufinden. Durch die Beschäftigung mit dem Thema wurde mir deutlich, dass die auf dieser Website bereits beschriebene Grabstele aus der Koberstadt ebenfalls in die Gruppe der Menhire gehört und dass deren Bedeutung bisher nicht hinreichend gewürdigt wurde.

Als mit Asterix und Obelix sozialisierter Mensch kennt man den Begriff "Hinkelstein". Aus dem Hühnenstein (von Hühnen = Riesen) wurde über den Hühnerstein der Hinkelstein (und in einem Fall ein Gluckenstein). In diesem Artikel wird der
bretonischen Begriff "Menhir" benutzt, den man mit "langer Stein" übersetzen kann. Der Begriff steht für einen länglichen, aufrechtstehenden, weitgehend unbearbeiteten Einzelstein, dessen Zweck meist unbekannt ist. Das Alter eines Menhire in DeutschlandMenhirs kann nur sehr schwer festgestellt werden. Es ist auch oftmals nicht nachvollziehbar, ob ein Stein wirklich in prähistorischer Zeit aufgestellt wurde, z.B. als Grabstele oder ob es sich möglicherweise um einen mittelalterlichen Grenzstein handelt.  Auf der Website https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Menhire_in_Hessen wird daher zwischen Menhir und Monolith (sonstiger Stein mit Menhir-Charakter) unterschieden. Manche Autoren beziehen den Ausdruck "Menhir" ausschließlich auf eine megalithische Steinsetzung. Demnach wären eisenzeitliche Grabstelen keine Menhire in diesem Sinne. Erst nach Abschluss der Recherchen hatte ich Zugang zu dem Buch von Johannes Groht "Menhire in Deutschland" in dem (fast) alle Menhire in Deutschland nicht nur beschrieben, sondern auch in in stimmungsvollen Bildern exzellenter Qualität fotografiert wurden. Ein Muss für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt.

Im Internet gibt es fast für jeden Stein eine spezifische Einzelseite, die mit einem Klick auf den Namen aufgerufen werden kann. Wörtliche Zitate aus dem Internet sind in blauer Schrift dargestellt. Auffallend ist, dass nur vier dieser Menhire im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen (DenkXweb) aufgeführt sind.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass im Lagis-Flurnamenverzeichnis Südhessen der Begriff "Hinkelstein" an 22 Orten vorkommt, darunter in Dietzenbach und Erzhausen.


HS KoberstadtDie keltische Grabstele aus der Koberstadt ist ein hallstattzeitlicher "langer Stein" aus dem gleichnamigen Waldgebiet südlich von Dreieich. Heute steht er im Palasgarten der Burg Hayn in Dreieichenhain (-->Standort). Es handelt sich um einen flach-spindelförmig zugerichteten Monolithen aus felsigem Konglomerat des Rotliegenden mit einer Vertiefung in der Mitte. Höhe: 175 cm; gr. Breite: 50 cm, Tiefe: 20 cm. Er besitzt eine interessante Geschichte: Im Jahr 1968 stolperte Achim Seibert aus Offenthal auf einem HS KoberstadtGrabhügel im Koberstädter Wald über einen ca. 20 cm aus dem Boden herausragenden Stein, der sich später als die Spitze einer Grabstele herausstellte. Seibert und der damalige Kreisdenkmalpfleger Ulrich sicherten den Stein aus Furcht vor Raubgräbern und stellten ihn vor dem Dreieich-Museum in der Burg Hayn auf. Später wurde er in den Palasgarten umgesetzt. Über den Fund von Seibert wurde in den "Fundberichte aus Hessen" 9. u. 10. Jg (1969/70), S. 159 publiziert. Der Fundort lag im Forst Koberstadt, Waldabt. 105 (6018:79420/38085, -->Standort). Es stellte sich heraus, dass  über die Stele bereits in den "Quartalsblätter des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen" (1892), S. 154 berichtet wurde. 1891 wurde in der Koberstadt von Friedrich Kofler ein Grabhügel erforscht. Es handelt sich um den Grabhügels Nr. 4 auf der Karte in Lit. Nahrgang (20) S. 120. Die Ausgräber fanden eine Stele mittig im Grabhügel aufrecht stehend. Am Fuß der Stele fand man halbkreisförmig angeordnet Reste verschiedener Bestattungen aus der Hallstattzeit (800 - 400 v. Chr). Die Stele wurde wieder vergraben. Offensichtlich wurde die Spitze der Stele durch Erosionsprozesse freigelegt und konnte somit gefunden werden. Der Menhir aus der Koberstadt ist ein herausragendes, aber weitgehend unbeachtetes Zeugnis der Menschen, die lange Zeit vor uns in der Landschaft Dreieich lebten. Er verdient sicherlich eine wertschätzendere Beachtung in der Öffentlichkeit. Kein Eintrag im DenkXweb.
In der sehr interessanten Publikation von Peter F. Stary "Anthropoide Stelen im früheisenzeitlichen Grabkult" (1997) wird auch über Stelen ohne figürliche Gestaltung berichtet. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob unsere Grabstele wirklich keine anthropoide Eigenschaft besitzt. Was bedeutet die Vertiefung im der Stelenmitte? Nabel? Geschlechtsorgan? Hat die Stele einen phallischen Charakter?

Stele Fürstengrab FrankfurtDie Stele aus dem Frankfurter Fürstengrab findet man neben der rekonstruierten Grabliege aus der Hallstattzeit im Archäologischen Museum in Frankfurt (Karmelitenkloster). Es handelt sich um eine roh zugeschlagene Säule aus rotem Sandstein, die bei Ausgrabungen im Rahmen des Baus der A661 in den Jahren 1966/67 gefunden wurde. Die geplante Autobahntrasse verlief über einen großen Grabhügel. In diesem fand man neben neben der Grabstele reiche Beigaben, die man dem Verstorbenen mit ins Grab legte. Mehr über das Fürstengrab erfährt man bei einem lohnenswerten Besuch des Museums.

Literatur: Willms, Christoph: Der Keltenfürst aus Frankfurt. Macht und Totenkult um 700 v.Chr., Archäologische Reihe 19 (Frankfurt 2002)


HS LangenBei den Langener Hinkelsteinen (-->Standort) handelt es sich um eine Gruppe von vier Granit-Findlingen mit einer Höhe von 63, 68, 93 und immerhin 146 cm., über die in der heimatgeschichtlichen Literatur nichts berichtet ist. Es ist somit auszuschließen, dass es sich um prähistorische Objekte handelt. Trotz intensiven Recherchen konnten keine Informationen über den Zeitpunkt der Aufstellung gefunden werden. Wahrscheinlich wurden diese vier imposanten Steine Anfang der 1970er Jahre dort platziert. Damals initiierten die Stadt Langen, das Forstamt und der Langener Verkehrs- und Verschönerungsverein den "Waldpark Langenfeld", der aber seit einiger Zeit offensichtlich in Vergessenheit geraten ist. Man erreicht die Gruppe vom Parkplatz an der Brücke der Mörfelder Straße über die B 453 in Langen/Hessen indem man wenige Meter nach der Schranke einem Pfad nach rechts in den Wald folgt und sich dann links hält.

Menhiranlage RossdorfDie Menhiranlage bei Roßdorf liegt eigentlich auf Darmstädter Gemarkungsgebiet an der Hirtenwiese am westlichen Ufer des Ruthsenbachs. -->Standort Sie besteht aus 6 (laut Wikipedia 14) mehr oder weniger großen Granitsteinen (Granitporphyr), die mindestens 1,6 Kilometer transportiert werden mussten. Erstaunlicherweise wurde die Anlage erst 1966/1967 von einem Roßdorfer Heimatforscher entdeckt. Die Steine wurden damals ausgegraben und zu einer Gruppe rekonstruiert. Die Anlage ist in DenkXweb als Kulturdenkmal eingetragen. Man erreicht sie vom Parkplatz an der Straße Darmstadt-Roßdorf gegenüber der Einfahrt zum Jugendcamp: 900 Meter nach Norden unter der B 26 durch, dann 500 Meter rechter Hand über die Wiese und anschließend rechts abbiegen.


HS DarmstadtDer Darmstädter Hinkelstein liegt in einer Grünanlage zusammen mit andern Granitfindlingen an der alten Stadtmauer zwischen der Stadtbibliothek und dem Hinkelsturm. Er ist von der Innenstadt über die Fußgängerbrücke Holzstraße leicht zu erreichen. -->Standort  Leider wurde er nicht aufrecht aufgestellt. In DenkXweb ist nachzulesen, dass er in den Küchenbereich des im Zweiten Weltkriegs zerstörten Hauses Hinkelsgasse 15 integriert war. Dort kann man ein Foto aufrufen (Unterschrift: Kaplaneigasse) in der der Stein sehr markant auf dem Bürgerstein stehend, sich an ein Haus lehnt. Weiterhin ist zu lesen, dass der Stein im Jahre 1912 zum Teil weggesprengt wurde. Der Stein ist bei Groht nicht erwähnt.


HS AlsbachDer Alsbacher Hinkelstein steht am Westrand von Alsbach in der Nähe der Straßenbahnendhaltestelle in einer kleinen Anlage mit Sitzbänken -->Standort. Er besteht aus Malachit, einem seltenen plutonischen Ganggestein, das durch Vulkanismus entstand. Der Menhir stammt aus einem Steinbruch am Luciberg unterhalb des Melibokus bei Zwingenberg. Circa 2000 Jahre v. Chr. wurde der Hinkelstein an den etwa zwei Kilometer entfernten Aufstellungsort am Westrand von Alsbach verbracht. Der Hinkelstein hat ein Gewicht von ca. 3,35 Tonnen. Er ragt etwas mehr als eineinhalb Meter aus dem Boden, ist gut einen Meter breit und knapp einen halben Meter dick. Im Jahre 1812 wurden Grabungen unter dem Hinkelstein gemacht; dabei wurde der Untergrund so instabil, dass der Stein umfiel. Anschließend eingegraben wurde er 1866 vom Historischen Verein für Hessen aus dem Erdreich geholt und wieder an der ursprünglichen Stelle aufgestellt. Man erreicht den Hinkelstein vom Parkplatz der Straßenbahnhaltestelle "Am Hinkelstein", indem man ca. 250 Meter dem Weg östlich der Schienen folgt. Der Hinkelstein ist in Alsbach seht präsent: Neben der Straßenbahnhaltestelle gibt es eine "Schule am Hinkelstein", eine "Hinkelsteinhalle" und eine Straße "Am Hinkelstein". Mehr dazu steht in einem Artikel des Darmstädter Echos. Kein Eintrag im DenkXweb.

HS BensheimDer Menhir von Bensheim steht in einer kleinen Anlage an der Kreuzung Röderweg mit Den Straßen Auf der Schnell/Am Hinkelstein (Navi: Am Hinkelstein 1) -->Standort. Der Menhir besteht aus Granit. Er läuft in einer rundlichen Spitze aus und weist an seiner südlichen und östlichen Seite künstliche Bearbeitungsspuren auf. Der Stein hat eine Höhe von 140 cm, eine Breite von 90 cm und eine Dicke von 60 cm.
Groht merkt noch an, dass der Stein an der Grenze von Chur-Mainz und Erbach steht. Ansonsten ist die Information über diesen Stein recht dünn. Kein Eintrag im DenkXweb.









HS BürstadtSacksteinDer Sackstein von Bürstadt befindet sich im freien Feld in der Nähe einer Bahnlinie nordwestlich von Bürstadt -->Standort. Der Menhir besteht aus rotem Sandstein. Er hat eine Höhe von 115 cm, eine Breite von 45 cm und eine Tiefe von 47 cm. Er ist säulenförmig und besitzt eine unregelmäßige Oberfläche. Mögliche Bearbeitungsspuren sind mittlerweile stark verwittert.
Die Bezeichnung Sackstein geht auf eine Sage zurück: Demnach wollte ein Bauer einst an einem Sonntagmorgen einen Sack Kartoffeln füllen. Genau in dem Moment, als er seine Arbeit beendet hatte, fingen die Kirchenglocken an zu läuten. Da wurde der Sack plötzlich so schwer, dass der Bauer ihn nicht mehr heben konnte, denn er war zu Stein geworden.
Man erreicht den Stein von der B44 Ausfahrt Richtung Bobstadt. Nach dem Kreisel links abbiegen zur Kläranlage (oder Navi: Kläranlage Bürstadt). Von dort aus sind es noch 700 Meter Gerader Weg Richtung Eisenbahnlinie. Kein Eintrag im DenkXweb.



HS WersauDer Menhir von Wersau wurde 1977 bei Feldarbeiten entdeckt und etwa 70 m von seinem Fundort entfernt, auf der Kreisgrenze zwischen Odenwaldkreis und Landkreis Darmstadt-Dieburg wieder aufgerichtet -->Standort. Der Menhir besteht aus bergsträßer Diorit; das Gestein stammt vom nahe gelegenen Bensenböhlskopf. Der Stein ist plattenförmig und leicht geschwungen. Sein oberirdisch sichtbarer Teil hat eine Höhe von 180 cm, eine Breite von 120 cm und eine Dicke von 40 cm. Seine Gesamthöhe beträgt 295 cm; die breiteste Stelle liegt unterirdisch und misst 150 cm (Wikipedia). Er soll auch zur Bestimmung des Datums der Tag- und Nachtgleiche benutzt worden sein. Man erreicht ihn von (Navi) Wersau, Bahnhofstraße 48 aus, indem man dem Alten Weg (Fortsetzung der Bahnhofstraße) 600 Meter nach Nordwesten folgt und dann in einen Wiesenweg nach links biegt. Am Waldrand weist ein Schild auf die Alte Landwehr hin. Nach weiteren 130 Meter den Waldrand entlang erreicht man den Menhir. Kein Eintrag im DenkXweb.



HS Klein-UmstadtDer Monolith von Klein-Umstadt wurde 1977 südwestlich des heutigen Standortes entdeckt und seltsamerweise hinter einer Pumpstation relativ unzugänglich wieder aufgestellt. -->Standort. Der Menhir besteht aus Odenwälder Sandstein (Rotsandstein). Er hat einen annähernd rechteckigen Querschnitt (Drachenviereck) und verjüngt sich auf allen Seiten nach oben hin. Der Stein hat eine Gesamthöhe von 133 cm, davon entfallen 102 cm auf den oberirdisch sichtbaren Teil. Seine Breite beträgt 59 cm und seine Dicke 50 cm. Es ist nicht klar, ob es sich um einen vorgeschichtlichen Menhir oder um einen Grenzstein handelt.  Man erreicht ihn vom Bahnübergang in Klein-Umstadt (Navi: Bahnhofstraße 109) aus den man passiert und der Bahnlinie 270 Meter nach Nordosten folgt. Dann biegt man nach links ab und erreicht nach knapp 900 Meter die Wasserstation, auf deren Rückseite der Stein zu finden ist.





HS KelkheimDer Hohestein von Kelkheim wurde laut Wikipedia erstmals 1714 erwähnt. Er stand zunächst zwischen Kelkheim und Fischbach auf dem Hühnerberg, nahe dem Flurstück Am Hohenstein. Er diente damals dort als Grenzstein zwischen beiden Gemarkungen. In Fischbach gibt es sowohl eine Straße "Am Hohenstein" als auch eine "Am Hühnerberg". Weiter mit Wikipedia: Später wurde er bei Vermessungsarbeiten umgesetzt und befindet sich heute nicht weit von seinem vorherigen Standort in einem Obstgarten neben einem Schuppen  (-->Standortangabe) In dem Eintrag wurden auch Koordinaten des Standortes angegeben, ein Grund für eine Motorradtour im Sommer 2023 nach Fischbach. Der angegebene Punkt lag in einer dichten Hecke. Trotz intensiven Suchens war kein Hinkelstein am Hinkelsberg zu finden. Ein ehemaliger Studienkollege, der Kelkheimer Stadtverordnete Dr. Zellhofer, erkundigte sich beim Stadtarchivar Wirth und erhielt die Auskunft, dass der Stein von dieser Stelle aus Sicherheitsgründen zum Kelkheimer Bauhof verbracht wurde. Dieser war dann Ziel einer weiteren Motorradtour. Der Stein lag auf einer Palette im Hochregallager. Er ist insgesamt 141 cm lang, davon die untere Verdickung 40 cm. Die Breite beträgt ca. 25 cm, die Tiefe ca. 12 cm. Beide Zahlen sind etwas kleiner als die Angaben in Wikipedia. Dort wird das Material als grünlicher Quarzit bezeichnet. Möglicherweise handelt es sich eher um Serizit-Gneis, der heute noch in Fischbach in einem Steinbruch gewonnen wird. Bei Grote ist der Stein auf seinem alten Standort abgebildet.

Menhir von Kelkheim Am 19.5.2024 wurde der Stein im Kelkheimer Stadtmuseum im Rahmen eines Vortrags von Frau Dr. Kristin Funke der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie wies darauf hin, dass seine Funktion als ehemaliger Grenzstein nachgewiesen ist. Bei einer Nachgrabung an dem ehemaligen Standort fand man Tonscherben, die als Zeugen unter dem Stein lagen sowie steinzeitliche Pfeilspitzen im Füllmaterial (!). Aus diesem Befund und der Tatsache, dass der Hünerberg in der Jungsteinzeit besiedelt war, schloss sie auf einen megalithischen Ursprung (ca. 5000 v.Chr.).

Dies ist eine schöne Hypothese, die sich wahrscheinlich nicht endgültig beweisen lässt. Aber: Für einen megalitheischen Menhir besitzt der Stein nicht die für einen Menhir typische Gestalt. Er ist m.E. zu klein und zu schmal. Diese Zerbechlichkeit ist m.E. auch der Grund, dass der Stein nicht als Grenzstein konzipiert worden ist. Ein Argument gegen die Megalith-Hypothese brachte der ehemalige Stadtarchivar Dietrich Kleipa in einem interessanten Diskussionsbeitrag vor: Die Oberfläche des Steins sieht nicht so aus, als dass sie 7000 Jahre der Witterung ausgesetzt wäre.

Für mich ist die These wahrscheinlicher, dass es sich eher um eine eisenzeitliche Grabstele handelt. Auf dem Hühnerberg gab es neben einer jungsteinzeitlichen Siedlung (FAZ vom 15.05.2024) auch Zeichen einer Besiedlung in der frühen Latenezeit (um 500 v. Chr.). S. dazu auch die Ausarbeitung von Sturm-Berger. Kein Eintrag im DenkXweb.

HS Bad HomburgDer Gluckenstein in Bad Homburg steht mitten auf dem Bürgersteig am Gluckensteinweg 99 (Navi) im Stadtteil Kirdorf an der Gesamtschule Am Gluckenstein. -->Standort . Es soll sich um einen ehemaligen Grenzstein zwischen den Gemarkungen Kirdorf und Homburg gehandelt haben. Wikipedia: Der Stein mit einem Gewicht von etwa zwölf Zentnern befand sich Anfang des 20. Jahrhunderts noch auf dem freien Feld Infotafel Gluckensteinund ragte zwei Meter in die Höhe. Eine erste urkundliche Erwähnung als Grenzstein zwischen Kirdorf und Homburg stammt aus dem Jahr 1536. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchsen Bad Homburg und Kirdorf immer weiter aufeinander zu und verschmolzen letztlich. Durch Aufschüttungen im Rahmen der jeweiligen Baumaßnahmen wurde der Stein immer weiter zugeschüttet und ragte 1954 nur noch 1,45 Meter und 1965 nur noch 1,15 Meter hoch aus der Erde. Heute liegt der Stein inmitten der Bebauung.
Ob es sich tatsächlich um einen prähistorischen Menhir handelt, ist unklar. Im Gebiet des Vordertaunus gibt es Funde der Megalithkultur. Der Form nach könnte es sich um einen Menhir handeln. Spuren einer Bearbeitung finden sich jedoch nicht. Ebenso ist aber auch denkbar, dass es sich um einen Findling handelt. Der Gluckenstein ist in DenkXweb eingetragen: Der Bannstein, ehemals auch "Scherer" genannt (1536) zählt zu den ältesten bekannten Hoheitszeichen in Hessen.

HS Ober-MörlenDer Menhir von Ober-Mörlen erreicht man von der Kapelle am nordöstlichen Ortseingang der B 275, indem man dem Kehlweg (Navi) 1,5 km folgt und dann in den Weg "Am Menhir" nach links einbiegt. Er steht nach weiteren 700 Metern in einem kleinen Hain. -->Standort  Wikipedia: Der Menhir besteht aus Brekzie, die vor allem aus Milchquarz, Kappenquarzen und Schiefergeröllen zusammengesetzt ist; das Material stammt vom nahe gelegenen Galgenberg. Der Stein ist plattenförmig und oben abgerundet. Er hat eine Höhe von 250 cm, eine Breite von 200 cm und eine Tiefe von 110 cm.  Er ist in DenkXweb verzeichnet. Danach wurde er 1975 bei Flurbereinigungsmaßnahmen im Erdreich gefunden und daraufhin 750 Meter westlich des Fundortes aufgestellt.

HS ButzbachDer  Menhir vom Butzbach  wurde 1978 entdeckt und auf der westlichen Seite der B3 neu aufgestellt. -->Standort Man erreicht ihn, wenn man sein Fahrzeug im Bereich der Alten Wetzlarer Straße 47 (Navi) abstellt und von der Kreuzung mit der B3 dem Fahrradweg in nördlicher Richtung folgt, bis man die Leitplanken erreicht. Der Stein steht dann auf der anderen Straßenseite unterhalb des Lidl-Logos im Gebüsch. Wikipedia: Der Menhir besteht aus Taunus-Quarzit. Er ist plattenförmig und verjüngt sich nach oben. Der Stein hat eine Gesamthöhe von 272 cm, eine Breite von 125 cm und eine Tiefe von 80 cm. Die dickste und breiteste Stelle befindet sich unter der Erde. Der oberirdisch sichtbare Teil hat eine Höhe von 170 cm, eine Breite von 120 cm un eine Tiefe von 70 cm. Ich versuche, noch weitere Informationen über diesen Stein zu erhalten. Kein Eintrag im DenkXweb.




HS MünzenbergDer Kräppelstein vom Münzenberg befindet sich in einer kleinen Anlage an der östlichen Brückenrampe (Wetterstraße) der K166 über die A 45. Die K166 ist die Verbindungsstraße von Münzenberg nach Trais Münzenberg -->Standort.  Wikipedia: Der Menhir besteht aus Konglomeratgestein vom nahe gelegenen Steinberg; der Menhir bei Muschenheim besteht aus dem gleichen Material. Der Kräppelstein ist unregelmäßig geformt und läuft leicht spitz zu. Er hat eine Gesamthöhe von 330 cm (davon 240 cm oberirdisch), eine Breite von 160 cm und eine Tiefe von 120 cm. Der Stein lag ursprünglich halb vergraben und wurde 1978 in der Nähe seines ursprünglichen Standorts wieder aufgerichtet.[1] Auf seiner Oberfläche sind mehrere kleine Löcher erkennbar. Kein Eintrag im DenkXweb.





HS MuschenheimDas Megalith-Grab Heiliger Stein bei Muschenheim  (Ortsteil von Lich) erreicht man am besten von der Hessengasse 39 in Muschenheim (Navi) aus. Man folgt dem Weg an Aussiedlerhöfen vorbei. Nach 1300 Meter biegt man nach rechts bergauf (-->Standort)  Die jungsteinzeitliche Megalithanlage wurde bereits 1893 von Friedrich Kofler ausgegraben 1913 erneut untersucht und zwischen 1989 und 2003 restauriert wurde. Die Anlage besteht aus einer 80 cm hohen Grabkammer, die von drei großen 6-7 Tonnen schweren Steinen überdeckt und über einen Gang von Norden zugänglich ist. Neben dem Eingangsbereich steht ein großer 2,75 Meter aus dem Boden ragender Menhir. Seltsamerweise ist das Megalith-Grab nicht als Kulturdenkmal gelistet. In einem Artikel vom Manfred Menke wird die archäologischen Ausgrabungen und Befunde ausführlich beschrieben. Auch die drei Tafeln am Grab geben interessante Einblicke. 

HS Unter-WiddersheimInfotafel HS Unter-WiddersheimDer Kindstein von Unter-Widdersheim (Ortsteil von Nidda) steht in einer kleinen Anlage an der Straße "Zum Kindstein", Navi: Nr. 4, -->Standort. In Wikipedia ist zu lesen: Der Menhir besteht aus Phonolith; das nächste Vorkommen dieses Gesteins liegt in einer Entfernung von etwa 5–6 km. Er hat einen annähernd ovalen Querschnitt, verjüngt sich nach oben hin und läuft in einer markanten Spitze aus. Der Stein hat eine Höhe von 255 cm, eine Breite von 230 cm und eine Tiefe von 100 cm.  Der Name des Steins geht auf eine Sage zurück. Laut dieser sollen in ihm ungeborene Kinder hausen, deren Schreie man hören kann, wenn man das Ohr an den Stein hält.  --> Hier ist ein Artikel von Friedrich Kofler aus dem Jahr 1886 über den Kindstein aufzurufen. Einer anderen Beschreibung ist zu entnehmen, dass er auf seinem Originalstandplatz steht. Kein Eintrag im DenkXweb.



HS UlfaHinkelstein Ulfa 2 Die Ulfaer Hinkelsteine sind etwas Besonderes: Das Haus Steinstraße 5 in Ulfa  -->Standort ist im DenkXweb als Kulturdenkmal eingetragen. Im Text ist zu lesen: "Über Basaltsockel mit interessantem Radabweiser (roh behauener, großer Stein, vielleicht ein Menhir)". Mer waases net. Aber die Ulfaaner haben sich vor das Schützenhaus einen neuen Hinkelstein aufgestellt (-->Standort). Auf dem Metallschild ist zu lesen, dass der anscheinend verschwundene 5 Fuß hohe Ulfaer Hinkelstein an dem Weg nach Stornfels stand. Zur Erinnerung an diesen Stein wurde vom Heimat- und Geschichtsverein im Jahr 2021 ein neuer Hinkelstein aufgestellt. Text Hinkelstein UlfaDer unvoreingenommene Besucher fragt sich natürlich, ob der Radabweiser-Hinkelstein nicht der anscheinend verschwundene Hinkelstein sein könne. --> Hier ein Bericht der FNP über die Aufstellung des neuen Steins.