Steine in der Dreieich
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Die Landschaft Drey Eich auf historischen Karten


Titel-FotobuchDies war der Titel einer von den Freunden Sprendlingens organisierten Ausstellung am 22.10.2017 im Gemeindehaus der Erasmus-Alberus-Gemeinde zu Sprendlingen. Sie wurde von Kristof Doffing, Achim Seibert und mir kuratiert. Wir konnten eine Vielzahl von Originalkarten und Faksimile-Drucken dort zeigen. Lesen Sie -->hier einen Bericht aus der Offenbach-Post. Wir haben anschließend ein Fotobuch produziert, dessen Blätter mit einem Klick auf die rechten Kachel aufzurufen ist. Mit einem weiteren Klick auf ein Blatt werden Sie in der Regel auf die Website von Kristof Doffing weitergeleitet, der die Karten dort in einem hochaufgelösten Format gespeichert hat. Auch die Kacheln auf dieser Seite sind wenn immer möglich mit dem Server von Kristof Doffing verlinkt. Kristof Doffing ist ein engagierter Sammler von historischen Karten in digitaler Form. Der Besuch seiner Website ist lohnend! Ich danke Kristof herzlich für das Einverständnis, diese Seite mit seinen Dateien verlinken zu können. Weiterhin danke ich Achim Seibert, dass auch er die Karten seiner Sammlung mit dieser Website der Öffentlichkeit zugänglich macht. Auch Clara Hartmann sei für ihre Unterstützung gedankt.

Eine neuere Publikation sollte hier nicht unerwähnt bleiben: Berger, Frank et. al. "Frankfurt und Umgebung auf historischen Karten", Societätsverlag Frankfurt, 2020. Dort sind auch die meisten hier erwähnten Karten abgebildet und mit detaillierten Erklärungen versehen. Ein Muss für einen Liebhaber lokaler historischer Kartenwerke.

Hier geht´s gleich zu den Buxbaum-Karten und den Messtischblättern

Heimatgeschichtlich bedeutsame Karten
Niederländische Karte Fangen wir mit der wohl schönsten Karte an, in der die Landschaft Dreieich abgebildet ist. Es handelt sich im eine kolorierte Kupferstichkarte von J. und C. Blaeu von 1647: "Novam Hanc Territorii Francofurtensis Tabulam", die von einer niederländischen Website abrufbar ist. Oben mittig wird Hieronymus Steffan von Cronstätten als Schultheis genannt, der dieses Amt um 1635 innehatte. Neu-Isenburg ist noch nicht eingezeichnet, dafür der Dörrhof, die Kalbskopfkapelle und die beiden Hirschsprungsteine. Zwischen Langen und Sprendlingen ist ein Galgen zu erkennen. 
Janssonius Eine weitere sehr schöne Karte ist der kolorierte Kupferstich von Johannes Janssonius mit dem Titel "Territorium Francofurtense" wurde um 1633 gedruckt. Er ist nach Süden (= oben) ausgerichtet. In der Ausschnittvergrößerung sind die Teiche zwischen Sprendlingen und Hain gut zu erkennen. Die beiden Steine am "Hirsch Sprunk" sind eingezeichnet. Der Hengstbach fließt irgendwie bei Schwanheim in den Main. -->Hier der Ausschnitt um Sprendlingen. Die Gesamtkarte, die in meinem Besitz ist, ist ebenfalls abrufbar. die von Doffing gespeicherte Karte ist weniger stark koloriert.
Buri 1 Die nebenstehende Abbildung ist eine von A. Reinhardt gestochene Karte von 1744. Sie stammt aus Friedrich Carl Buri: "Behauptete Vorrechte derer alten Königlichen Bannforste, insbesondere des Reichslehenbaren Forst- und Wild-Banns zu der Drey-Eich". In dem genannten Buch waren zwei Karten eingebunden: "Forestum Dreyeich oder Becirck des Bann-Forsts zur Dreyeich", 38x56 cm; die zweite wird unten beschrieben. Bemerkenswert an dieser Karte ist die Tatsache, dass der Hengstbach bei Kelsterbach in den Main mündet! Der "Vier Herren Tisch" ist dort eingezeichnet; es  muss sich offensichtlich um einen bedeutenderen Ort gehandelt haben.
Buri 2 Buri 2 DetailDie zweite Karte aus Buri ist hier abgebildet: "Dreyeicher Wild-Bann, In so fern er sich ins besondere über die Gemarckung der Stadt Franckfurt, und die angrentzende Gegenden erstrecket", 43x63 cm. Rechts ist eine Detailvergrößerung dargestellt. Die Lage des "Hölzernen Kreuzes" ist links oben zu erkennen, ebenso die der beiden Hirschsprung- Steine. Der Breitenseewald ist noch nicht gerodet.
Karte von Nicks Hier ist die Karte des Hainer Bürgerwaldes von Nicks aus dem Jahr 1777 abrufbar (Süden ist oben). Es handelt sich um eine recht genaue Darstellung der Waldungen zwischen Dreieichenhain, Langen und Sprendlingen, inklusive der Grenzen und Grenzpunkte. Auf der linken Seite ist ein schwer lesbarer Text gedruckt. Joachim Lütkemann hat diesen in den 1980er Jahren transkribiert. Dieses Dokument aus dem Archiv des staatlichen Forstamtes Langen kann --> hier heruntergeladen werden. P1-139 
Ringlandwehr Nebenstehend ist eine interessante Karte der Dreieicher Ringlandwehr aus dem Jahr 1600 herunterzuladen (Süden ist oben).  Es sind alle Schläge (Durchlässe) dieser Befestigungsanlage eingezeichnet. Bemerkenswert sind die beiden Galgen die bei Bayerseich und bei der Kreuzung der Hainer Trift mit der Straße zwischen Langen und Sprendlingen markiert sind (es fehlt der Galgen auf dem Sprendlinger "Galgenhügel" nördlich des Dorfes). P1-691 
Hainer Trift Auf der links abrufbaren Karte von 1663 steht die Kreuzung der Hainer Trift mit der Straße zwischen Sprendlingen und Langen im Mittelpunkt (Westen ist oben). Angehängt ist eine Legende mit der Beschreibung der Bedeutung der in der Karte benutzen Buchstaben. Die hier dargestellte Grenze ist 1783 neu besteint worden. Die Karte beweist, dass es den heute noch existierenden Grenzgraben in der Rostadt (H) bereits damals gegeben hat. "Die Häge" (E) dürfte die Reste der Dreieicher Ringlandwehr sein. Eigentlich müsste sie auf der rechten Bildseite zwischen dem Weg und dem Graben (H) verlaufen. Die gestrichelte Linie (H) zwischen dem Langener und Sprendlinger Feld entspricht dem heutigen Rossertgraben. Der Grenzstein A liegt auf dieser Grenzlinie und dürfte dem heutigen Stein Nr. 88 entsprechen. Der Grenzstein B steht auf der Karte mittig zwischen Grenzstein A und der Trift-Kreuzung. Auch er steht auf einer noch gültigen Gemarkungsgrenze zwischen Sprendlingen (=Ysenburg) und Dreieichenhain (= gemeinsamer Besitz von Ysenburg und Hanau). Hier ein Versuch  der Transkription des Legendentextes. P1-1962/1-2.

A: der Grentzstein, so die Hessische und  Ißenburgische Grentz scheidet.
B: der Grentzstein, so die Ißsenburg. und die Jenige Grentz, so Hanau und Ißenburg in Gemeinschaft haben, scheidet.
C: der Buchschlag.
D: der Hainer Viehetrift.
E: die Häge.
F: der Grenzstein, so die Ißenburg und Hessische Gräntz markiert.
G: der Platz und ungefährliche Gegend, alwo wir dem Grafen von Ißenburg in dem Hainer Viehwege Begegnet sind, und da wir still gehalten, und miteinand geredet haben.
H: der Graben, so die Hessische und Ißenburger Grentz scheidet.

Hegbach 2 Die Karte links (um 1660) zeigt den Verlauf des Rutschbachs / Hegbachs westlich und östlich von Bayerseich. Die beiden Hegen, die Ysenburger und die Darmstädter Hege, sind gut zu erkennen, auch die Tatsache, dass sie sich im Westen (rechts) weit voneinander trennten, was zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten zwischen Egelsbach und Erzhausen führte. --> Hier ist ein Ausschnitt einer andern Karte abrufbar, der die Fortsetzung dieser Karte nach Westen zeigt (das Egelsbacher Feldgen). Nur auf der Kartenversion mit der großen Auflösung kann man die beiden Hegbachmühlen östlich von Bayerseich erkennen. Die Bayerseichmühle wurde früher auch "Risenmül" genannt. Diese Mühle ist auf der Karte aber als "Alte Mühle" bezeichnet. Die Koberstädter Mühle wird "Die neue Mühle", "die newmühl", genannt. Die Stauanlage beim Abzweig des Mühlgrabens heißt "der werch zur alten mühl". Interessant dabei ist, dass der Mühlgraben der Koberstädter Mühle nicht mit dem Verlauf der Ysenburger Hege übereinstimmt, sondern sie zweimal kreuzt. Der Wasserablauf dieser Mühle wird in den Zulauf der Bayerseichmühle geleitet. P1-180.  Zu diere Abbildung gehoren noch zwei weitere: die Fortsetzung nach Westen bis zur Nikolauspforte und die Gegend von Messel.         
Karte 1576 In dieser schönen Karte von Mascopius (1575) ist sowohl die untergegangene Egelsbacher Mühle, als auch die "Risenmül", die Bayerseichmühle, eingetragen. Auch der Galgen nördlich des "Eisenberger Schlag" (Isenburger Schlag). Südlich davon ist der "Landtgref. Schlag" eingezeichnet. Im Norden sehen wir den "Vier hern tisch". Langen und Hain sind namentlich nicht zu erkennen, dafür "Spenningnen".
P1-155nt. 
Erzhäuser Schlag Der Egelsbacher und Erzhäuser Schlag sind auf dieser Karte von 1660 zu erkennen. Im Hintergrund sieht man den Lauf des Hegbaches, davor die Flur "Merkatz", darunter wahrscheinlich die Darmstädter Hege. Nach der vorliegenden Literatur dürfte der Erzhäuser Schlag auf dieser Karte falsch eingezeichnet sein. Er befand sich in der Flur Merkatz und wurde auch Merkatzenschlag genannt. Dies wird auch deutlich durch die Vergrößerung der o.g. Karte. Der Schlag befand sich dort, wo die Wolfsgartenallee den Tränkbach überquert. P1-144.
Koberstadt 2 Auf dieser Karte der Koberstadt von 1631 ist sehr gut zu erkennen, wie die Hanauer Koberstadt zwischen der Darmstädter und Ysenburger Koberstadt liegt. Oben erkennt man "Drey Eich", unten die Benzenwiesen am Rutschbach. Bemerkenswert ist der Wildzaun, der von Norden kommend (Waldeck am Paddelteich?) östlich am ehemaligen Forsthaus Koberstadt vorbeiführt, dann entlang des heutigen Messeler Weges zum Dammweg läuft, dem er in südlicher Richtung  folgt. Es sind "Sprünge" eingezeichnet, schräge Rampen mittels denen das Wild von der Hanauischen Seite auf das hessen-darmstädtische Gebiet wechseln konnte, aber nicht zurück konnte. "Thier garten" entspricht dem heutigen Philippseich. P1-1426. 
Koberstadt 1 In der nebenstehenden Karte der Koberstadt von 1718 hatte der Zeichner einige Probleme mit den Himmelsrichtungen. Inhaltlich entspricht sie ungefähr der oben aufgeführten Karte (Norden ist unten). Die Rheinstraße ist die Verbindung zwischen Langen und Offenthal, die hier bis zum Schloss Philippseich führt ("Thier Garten"). P1-1073
Rödermark-Dietenbach Die Karte links beinhaltet die "General- Gränz Beschreibung um die Roeder Marck" von 1740. Die Beschreibung der Grenze ist überraschenderweise in einer sehr gut lesbaren Schrift dargestellt, dadurch kann man dem Verlauf gut folgen. Für das Dreieichgebiet zeigt die Karte nichts wesentlich Neues. Dietzenbach war Teil der Rödermark. P1-801
Rödermark Dies ist eine Karte der Rödermark von Geometer Köhler aus dem Jahr 1742 mit Ansichten u.a. von Offenthal und Dietzenbach. P1-883. In Lütkemann (3) sind die transkribierten "Explikationen" nachzulesen. 
Gravenbruch Dies ist eine interessante Karte des Gravenbrucher Waldes (Creenbruch) von 1586. Man erkennt die genau gezeichneten Umrisse dieses Gebietes mit den umliegenden Waldungen, den Wappen der diversen Territorien und den Grenzsteinen. Diese Karte wird im Kapitel SB-GR detaillierter besprochen. P1-154

Weitere interessante Karten können in Arcinsys gefunden werden, wenn man in das Suchfeld "Karte" und "Heusenstamm" eingibt.
Bieger Mark Schlag BiegermarkRiss über die Bieger Mark (um 1580), Staatsarchiv Würzburg. Auf dieser interessanten Karte kann man sehr schön die Orte der Bieg(b)er Mark erkennen. Sie ist sehr detailreich ausgestaltet. Mit einem Klick auf das Bild rechts kann man Details an der Alten Babenhäuser Straße erkennen: ein Schlag an der Grenze, Grenzsteine und Wappen von Mainz, Schönborn und dem Deutschen Orden.
P1_152 Die Karte links ist eine stereographische Projektion des Gebietes zwischen Rhein und Main bis Dieburg mit Umrissen der Ortschaften und der hessen-darmstädtischen Landhege bzw. Hirschzaun aus dem Jahr 1565. Süden ist oben. Neben der hessen-darmstädtischen Landhege erkennt man sehr deutlich nördlich und westlich von Sprendlingen die Dreieicher Ringlandwehr und die Hege nördlich des Rutschbachs (= Hegbach). 
P1-152
Neckar-Main-Kanal In der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt wird eine interessante Karte aufbewahrt: Situations Plan der Gegend zwischen Frankfurt und Heidelberg längs der Bergstraße, mit einer projectirten Canalverbindung zwischen Main und Neckar (um 1795). Dieser Kanal sollte den Rhein umgehen, der insbesondere bei der Bergfahrt für die Schiffe nicht unproblematisch war. Der Kanal wäre westlich an Darmstadt, Arheilgen, Egelsbach, Langen, "Springlingen" und Neu-Isenburg vorbei nach Frankfurt geführt worden und durch das heutige Buchschlag verlaufen. Der Kanal blieb ein Projekt; dafür wurde 50 Jahre später auf fast der gleichen Trasse die Main-Neckar Eisenbahn gebaut. -->Hier ist der Abschnitt in der Landschaft Dreieich aufzurufen.
Vogel Im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte wird diese Stadtwaldkarte des Forstmeisters Philipp Friedrich Vogel aus dem Jahr 1781 aufbewahrt. Es handelt sich um eine wunderschöne, aquarellierte Federzeichnung "Grund-Riss des der Kayserlichen Freien Reichs Wahl und Handels Stadt Franckfurth auf der Sachsenhäuser Seite gelegenen Waldes" (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Signatur: S8-1/381). Besonders interessant sind die eingezeichneten nummerierten Grenzpunkte der Stadtwaldgrenzen von Oberrad bis Kelsterbach. Aus rechtlichen Gründen ist es nicht möglich, die Karte in einer höheren Auflösung abzubilden. --> Hier kann ein Kartenausschnitt aufgerufen werden, in dem die Grenze mit den Grenzpunkten westlich der Gehspitz gezeigt wird. Darunter ist zum Vergleich eine moderne Grenzkarte dargestellt. Man muss die kartografische Exaktheit und Detailtreue dieser frühen Darstellung des Frankfurter Stadtwaldes und dessen Grenzen vorbehaltlos bewundern. Ich danke Frau Heinisch für den Hinweis auf diese heimatgeschichtlich bedeutende Karte.
Ysemburger Terminey Im Nachlass von Heinrich Runkel befand sich ein Umschlag mit qualitativ schlechten Fotos einer Karte des nördlichen Dreieichgebietes. Frau Gesine Weber konnte sie als eine Karte von Geometer Nicks (Gemarkungsplan Sprendlingen aus 1761, Fürst. v. Isenburgisches Archiv in Birstein) identifizieren. Alexander Prinz von Isenburg ermöglichte im Dezember 2017 die Dokumentation dieser für die Sprendlinger und Neu-Isenburger Lokalgeschichte sehr wichtigen Landkarte. -->Hier gelangt man zur Dokumentation der Geschichte. 
Haas'sche Karte Die bekannte "Situations Karte, aufgenommen und gezeichnet durch Haas Artillerie Lieutnand zu Darmstadt" (um 1800) wird u.a. in der hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt aufbewahrt. Ein Nachdruck ist vom Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation zu erhalten. Die Chausseen zwischen Bayerseich und Neu-Isenburg sind eingezeichnet, der Bornwald und der Ochsenwald (östlich und südlich von Sprendlingen) waren noch nicht gerodet. Auf der Karte sind viele weitere interessante Einzelheiten zu erkennen.  -->hier geht es zu einer Gesamtausgabe der Haas'schen Blätter eines Privatsammlers. 
Schmittsche Karte Die "Schmitt'sche Karte" von Südwestdeutschland aus dem Jahr 1797 ist nach Westen ausgerichtet; Norden ist rechts. -->Hier geht es zu dem Ausschnitt um Sprendlingen. Bemerkenswert sind die Ortsnamen Dreyeicherheim, Springlingen. Man erkennt die Bezeichnungen "Koberts" südöstlich von Langen (Forsthaus Koberstadt) oder "Waldscheir" (Waldscheuer) nordwestlich von Sprendlingen. Deutlich sind die noch nicht gerodeten Flächen des Bornwaldes (östlich von Sprendlingen) und des Ochsenwaldes (zwischen Sprendlingen und Dreieichenhain) zu erkennen, ebenso der Schlagsbach nördlich von Sprendlingen. Die Schneiseneinteilung im Mitteldicker Wald ist recht schematisch.  
Babenhausen Diese schöne kolorierte Zeichnung von Elias Hoffmann aus dem Jahr 1581 zeigt die Stadt Babenhausen und Umgebung. Neben dem Schloss und den Türmen sieht man rechts der Stadt (Norden) einen Schlagbaum, hinter dem sich die Wege verzweigen und weiter rechts die Inschrift "der Graben so Babeheuser und Röder Marck scheidet". Darunter erkennt man eine Reihe Grenzsteine. Noch heute bildet diese Linie die Grenzen der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg. -->Hier kann einen Ausschnitt dieser Karte mit dem Grenzverlauf auf einer modernen Karte vergleichen. Die Grenzsteine sind in dem Kapitel "Südgrenze" beschrieben.
Merian2 Merian hat um 1650 einen Stich der Wetterau publiziert, in dem auch im Süden die Landschaft Dreieich abgebildet ist. Frankfurt ist mit der Landwehr umgeben, man erkennt in dem Ausschnitt die Sachsenhäuser Warte. Nördlich von "Sprenlingen" sind die beiden Hirschsprungsteine mit der Bezeichnung "Hirschsprung" eingetragen). Ansonsten ist die Karte nicht sehr detailreich. Es ist wirklich erstaunlich, dass bei einer solch großmaßstäblichen Karte die Hirschsprungsteine eingetragen sind. Hier ist ein Link zu Wikipedia mit einer Ausschnittvergrößerung der Karte. Eine ähnliche Karte wird Johann Georg Walter zugeschrieben. Weitere Wetterau-Karten:  1683, 1686, 1710 und 1727  
Elias Hofmann Diese Karte zeigt einen Plan von Elias Hofmann von Frankfurt und Umgebung aus dem Jahr 1588, der von Heinrich Wierich in Kupfer gestochen wurde. Wie in dem Plan von Blaeu sind die Wappen der Frankfurter Patrizierfamilien im Halbkreis am Rand dargestellt. Zwischen Sprendlingen und Langen erkennt man einen Galgen. Auch sind die Hirschsprungsteine eingezeichent. Der Kupferstich wird u.a im Staatsarchiv Marburg aufbewahrt (P II 73). 
Messel Gegend um Messel (um 1750 (ULB)). "Explication über die neu angerichtete Treuben (?), wie auch über die anliegende Laagen" Es handelt sich offensichtlich um das Messeler Flurverzeichnis. Die Karte ist nach Westen ausgerichtet. Man erkennt am Weg nach unten "Straß von Orbich auf Messel". Auf der nach rechts (Norden) "Straß von Messel auf Frankfurt". Der Bach rechts dürfte der Rutschback sein.               
Gundwald Bei dieser Karte des Gundwaldes handelt es sich um ein Grenzbegehungsdokument vom 13. November 1674, das unter Beteiligung von Bevollmächtigten von Mainz, Hessen-Darmstadt und der Gemeinde Kelsterbach erstellt wurde. Es zeigt den mit dem Mainzischen und Hessischen Gundhöfen bei Walldorf (1754).  Die Karte ist nach Südosten ausgerichtet. Unten an der Spitze erkennt man einen "3 Märcker" mit der Nummer 18. Hier stießen der Kelsterbacher Gemeindewald, der Mainzer Gundwald und der Hessen-Darmstädtische Forst Mitteldick zusammen.  Es sind Grenzsteine eingezeichnet, von denen einer (No 13) heute noch existiert. Interessant ist der Wildzaun, der das Hessen-Darmstädtische Areal von den anderen Gebieten abtrennt. Der Standort des Falltorhauses liegt heute unter der Trasse der Autobahn A5.
Mönchbruch Plan des Schlichter Waldes mit dem Jagdschloss Mönchbruch von 1782.  Er wurde vom Teichmeister Reuling gefertigt. Besonderen Wert wurde auf die Darstellung der Entwässerungsgräben gelegt. "Affröse Inundationen" bedeutet fürchterliche Überschwemmungen, die mit diesen Gräben abgeleitet wurden, so dass sich der Wald wieder erholen konnte. Interessant ist die Wegeführung um das Schloss, die sich auf modernen Karten teilweise nachvollzogen werden kann. Man beachte den Wildzaun auf der rechten Seite der Karte.
Münster MünsterKarte der Umgebung von Münster aus dem Jahr 1580. Es soll sich nach Berger et al. (S. 57) um eine Karte für einen Prozess Mainz gegen Ysenburg und Hanau um den Besitz von Münster handeln. Ein Wappenstock mit dem Mainzrt Wappen demonstriert des Anspruch der Mainzer auf das Dorf. Die verwinkelten Grenzen von Münster mit Grenzsteinen sind gut zu erkennen. Ein Vergleich mit den moderneren Grenzverläufen belegt, dass irgendwann die Grenzen begradigt wurden.
Straßenkarten
Mörfelden - Frankfurt In Zusammenhang mit der Grenze zwischen Frankfurt und dem Großherzogtum Hessen haben wir uns intensiv mit dem Grenzverlauf um den "Vierherrenstein" beschäftigt. Auf der links abgebildeten Karte von 1787 wird dieser schön dargestellt. Ob der Verlauf der "Hurenstraße" korrekt dargestellt wurde, ist zu hinterfragen. Am Vierherrenstein stoßen nach dieser Karte fälschlicherweise vier Besitztümer (keine Territorien!) zusammen: Frankfurter Wald, Mitteldicker Wald, Kelsterbacher Wald und der Gundwald. Mitteldicker und Kelsterbacher Wald gehörten zur Landgrafschaft Hessen Darmstadt, der Gundwald zu Kurmainz. Der Gundwald reichte aber nicht bis zum Vierherrenstein! Das Ysenburg-Birsteiner Territorium berührte den Vierherrenstein nicht, es ging nur bis zur Gehspitz. P-845. 
Chaussee Langen Sprendlingen


Chaussee Bayerseich - Langen
Diese beiden Karten von 1790 zeigen die Pläne der Neutrassierung der Chaussee zwischen Bayerseich und der "Springlinger Gränz" (= Hessisch-Ysenburgischen Staatsgrenze) am heutigen Krankenhaus. Der Straßenbau war 1812 beendet (es existieren andere Jahreszahlen in der Literatur). Die neue Trasse schneidet mehrfach die gewundene Wegführung der alten Straße.
P1-1268. Eine andere Karte (P1-1267) zeigt die Grundstücke, die von der neuen Chaussee zwischen Bayerseich und Langen geschnitten werden. -->Doffing
Straße nach Langen Eine Karte aus dem Jahr 1724, die sich mit der Unterhaltung der (alten) Straße zwischen Bayerseich und Langen beschäftigt, ist links aufzurufen. HStAD P 1 No 794/1-2: Plan der Landstraße von Bayerseich bis Langen, Langen, 2. März 1724  Schematisierte Stadtansicht; Berechnung der Pflasterungskosten (2 Blätter)
Straßen 1750 Die nebenstehende Karte stammt von Karl Nahrgang (Lit. Nahrgang (4), datiert 1957). Man erkennt hier die historischen Verbindungswege in der Dreieich. Im Archiv der "Freunde Sprendlingens" wurden diese Wegverläufe in eine moderne Karte eingetragen. Interessant ist die Weiterführung Richtung Frankfurt: Der Hainerweg war früher die Hauptverbindung nach Frankfurt. Nach Bau der Sachsenhäuser Warte um 1414 wurde eine Straße von dort aus nach Süden gebaut, die um 1728 als Darmstädter Landstraße chaussiert wurde.
Langen Dies ist ein interessanter Plan von Langen aus dem Jahr 1794 (ca.), der in der Universitäts- und Landesbibliothek in Darmstadt aufbewahrt wird. Man erkennt neben der kerzengeraden neuen Chaussee noch in gestrichelten Umrissen die sich windende alte Landstraße. Im Norden (rechts) ist die "Isenburgische Gränze" am Hainer Wald eingezeichnet. Der Stadtplan selbst ist sehr detailreich. Die 1811 abgerissene Große Pforte ist sichtbar, ebenso die Stadttürme im Osten. Ein weiterer Plan von Langen aus 1823 ist bei -->Doffing zu finden. Dort ist auch das Flurbuch von Langen aus dem Jahr 1863 aufrufbar.
Flurkarten, Parzellenkarten, Broullions
Heusenstamm Parzellen-Brouillons von Heusenstamm 1844 (Flurkarten), mit Ergänzungen bis in die 1940er Jahre. Hier hat sich Kristof Doffing besonders viel Mühe gegeben.     
Egelsbach Parzellenkarte der Gemarkung Egelsbach 1881.  Leider fehlt der Egelsbacher Wald (Übersicht)
Wolfsgarten xxxxx Diese schöne "Spezialkarte vom Domanialwalddistrikt Wolfsgarten", Oberförsterei Langen (Gemarkung Wolfsgarten)" wurde vom Großherzoglichen Geometer Kremer mittels des Pantographen nach dem Plan des Kulturveränderungs-Meßbriefs vom 11. März 1913 gezeichnet.
P3-337
Nordgrenze In den Archiven der Dreieichgemeinden liegen einige Kartenwerke von besonderer Qualität und Anmutung. Besonders zu nennen sind hier die Flurkarten die der Geometer Hauff um 1850 erstellt hat. Mir liegen als Kopie die Flurkarten von Egelsbach (aus dem Gemeindearchiv) und Dreieichenhain (aus dem Kirchenarchiv, vermittelt von Uwe Hartig) vor. Links eine Abbildung einer Egelsbacher Gemarkung. Im Langener Stadtarchiv befinden sich ebenfalls um 1850 erstellte Flurkarten, u.a. von Geometer Hauff (XXI, Abt.9b., Konv.10, Fasz. 1-3). 

Krummes Feld 1 Im Kartenarchiv des Staatlichen Forstamtes Langen findet man eine Anzahl von hochinteressanten historischen - forstbezogenen - Karten. Für einen Grenzsteinsucher ein fast unerschöpflicher Quell von relevanten Informationen. Links eine Abbildung des "Krummen Feldes" bei Egelsbach aus dem Langener Forstamt.
Deutschherrenwald Diese Karte aus dem Jahr 1731 zeigt den Deutschherrenwald (Wildhof): "Grundriß oder Plan über den in die Hohe Deutschordenskommende zu Frankfurt gehörigen, bei zwei Stunden von der Stadt unfern Heusenstamm an der Babenhäuser Straße daselbst gelegenen und zu mehrern Teilen in Waldung bestehenden Hof, die Haimbach, modo der Wilhof genannt."  Ganz oben erkennt man den Standort des Dreiherrensteins an der Wohnstadt Gravenbruch. Sehr schön sind die Grenzsteine eingezeichnet. Es existiert in Arcinsys eine Karte (1732) über einen anderen Waldbesitz der Deutschordenscommende Frankfurt, den Grafen-Wald westlich von Hausen (Achtung: Norden ist links). Eine weitere Karte von Wildhof findet man -->hier.
 P1-722 und P1-724
Deutschherrenwald Dies ist eine weitere, detailreiche Karte des Deutschherrenwaldes Wildhof bei Heusenstamm aus dem Jahr 1738          
Darmstädter Koberstadt 1750 gab Landgraf Ludwig VIII einen Forst- und Jagdatlas seiner Liegenschaften in Auftrag. Ingenieur Johan Jacob Hill zeichnete bis 1768 eine Serie von Karten, von den eine links abgebildet ist.  Sie enthält viele interessante Einzelheiten: EgelsBacher Weinberg, der Wildzaun mit Einsprüngen entlang des Dammwegs zur Hanauer Koberstadt, das Koberstädter Falltorhaus existiert noch nicht. Seltsam ist der Befund, dass der mit "Appenrod" bezeichnete Wald (links oben) zur Hanauer Koberstadt gehört. D4 Nr. 396/2. "Alle Digitalisate können -->hier aufgerufen werden, z.B. Wälder nördlich Mönchbruch, Krummes Feld bei Egelsbach, usw.
Stadtarchiv Langen
Flurbuch Langen 1862
Flurkarte Langen 1852
Flurkarte Hanauer Koberstadt 1853
Flurkarte Mitteldick 1853/54

Mitteldick Links ist eine "Übersichtskarte über die Waldungen des Großherzoglichen Hauses in der Oberförsterei Mitteldick" aus dem Jahr 1890 im Maßstab 1:10.000 aufzurufen. Sehr schön ist der Grenzverlauf (mit Darstellung der Grenzpunkte) im später angelegten Buchschlag zu erkennen. Der Hengstbach ist allerdings dort falsch eingezeichnet, es handelt sich um den Grenzgraben.
P 3 No 742 --> Doffing

Mitteldick Flurkarte Flurkarten der Gemarkung Mitteldick ca. 1850 (10 Karten). Interessant ist die Überschrift: "Parzellenkarten über die Grundstücke des Großherzoglichen Hauses (Familieneigentum) in der Gemarkung Mitteldick bei Langen". Der Großherzog betrachtete dieses Gebiet als Privateigentum. Diese Auffassung konnte er nach seiner Absetzung 1918 glücklicherweise nicht durchsetzen. 

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Sammlung Buxbaum
Gewannkarte Sprendlingen In Arcinsys gibt es eine Reihe von Gewannkarten, meist aus der Sammlung Buxbaum
Neu-Isenburg, Gravenbruch, Zeppelinheim, Mitteldick
Langen, Hanauer Koberstadt,
Egelsbach,        
Dreieichenhain, Sprendlingen,
Forst Dreieich-Revier Sprendlingen 1. Teil mit Gehspitz, 2. Teil (Osten) 
Götzenhain, Philippseich, Neuhof, Forst Dreieich-Revier Götzenhain
Offenthal, Forst Dreieich-Revier Offenthal,  Gravenbruch,
Dietzenbach, Heusenstamm, Patershausen, Wildhof, Hintermark, Offenbach,       
Weitere Buxbaum-Karten: Arcinsys Hessen, Einfache Suche, "Buxbaum Ortsname"
Oder zur Buxbaum-Seite von Kristof Doffing
Karten aus einer Dreieicher Privatsammlung
Ich hatte das Vergnügen und das Privileg die Sammlungen historischer Bücher und Landkarten eines Dreieicher Heimatforschers einsehen zu können. Es handelt sich wohl um die umfangreichste Kollektion lokalhistorisch bedeutender Dokumente unseres Gebietes, vornehmlich in Form von Originalausgaben. Der Sammler hat mir freundlicherweise erlaubt, einige seiner Landkarten (ausschließlich Originaldrucke) zu fotografieren und hier -mit verringerter Auflösung- ins Internet zu stellen.
Walch Diese Karte hat den Titel "Neue General Kriegskarte des Rheinstrohms herausgegeben von Iohann Walch im Willischen Kunstverlag in Augsburg". Das Erscheinungsjahr ist nicht zu erkennen, es müsste aber um 1790 sein. Seltsamerweise ist Neu-Isenburg dort nicht eingezeichnet, der Dörrhof liegt auf Frankfurter Territorium.  "Bey der 4 Herre Tisch" ist interessanterweise ein "Neuerbrun" eingezeichnet.
Seutter Matthias Seutter hat diese Karte der Wetterau 1735 gestochen. Der Gegend südlich von Frankfurt widmete er nur wenig Aufmerksamkeit. Wie dem Kartenausschnitt zu entnehmen ist, platzierte er Sprenglingen auf Darmstädter und Dietzenbach auf Isenburger Territorium. "Der Vier Herren Tisch" ist genannt, Langen wurde mit dem "Doerrhof" verwechselt. Neu-Isenburg fehlt, dafür ist der "Kalbskopf" zu erkennen. Die Gesamtkarte ist ebenfalls abrufbar. Es gibt noch eine andere Karte von Seutter: Mappa Circuli Rhenani Superioris, die aber nur wenige Details unseres Gebiets aufzeigt.
Hohmann Der Kartenausschnitt links stammt  von einer großformatigen Karte des Erzbistums Mainz von Johann Babtist Homann aus dem Jahr 1729 mit dem Titel: Electoratus Moguntinus ut et Palatin: Infer. Hassiae & Fluminis Moeni aliqua pars exhibens simul occid: usw.
Die Karte zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Ungenauigkeit aus. Neu-Isenburg ist nicht vorhanden, Dörrhof und Kalbskopf sind auf Frankfurter Territorium eingezeichnet. Interessant ist die Bezeichnung "Bey der 4 Herren Tisch" am falsch gezeichneten Frankfurter Grenzverlauf. Das Dreieich-Gebiet wird als "Obergrafschaft Catzenellnbogen oder Landgrafschaft Hessen Darmstadt" bezeichnet. Die Grafschaft Isenburg-Birstein findet keine Erwähnung.
Vescher5 Dieser detailreiche Kupferstich von Nicolas Visscher aus dem Jahr 1680 zeigt die Gegend zwischen Bingen, Wertheim, Wetzlar und Heidelberg mit Frankfurt in der Mitte. Auch hier wird von "Obergrafs. Catzenellenbogn oder Land-Grafs. Hessen Darmstat" gesprochen. Auch hier ist "Bey der 4 Herren Disch" und der "Newerbrun" zu erkennen. Doerhoff und Kalbskopf liegen auf Frankfurter Gebiet. Eine Grenzline zwischen Isenburger und Hessen-Darmstädtischen Territorium ist nicht zu erkennen. 
Vaugondy Diese Karte wurde 1753 von Didier Robert de Vaugondy gestochen. Sie zeigt den Rheinlauf zwischen Philippsburg und Wesel mit Hessen und den drei Kurfürstentümern Köln, Trier, Mainz und der Rheinpfalz. Im Kartenausschnitt ist New Ysenburg, Sprinlingen und Dreyeicherhain (1753 !) zu erkennen. Langen wurde nicht erwähnt, dafür Wolfsgarten.
Weitere Karten vom Dreieichgebiet
Merian-Karte Im Dreieich-Museum hängt ein Stich von Merian, dem der nebenstehende Ausschnitt unseres Gebietes entnommen ist.  Neu-Isenburg existiert noch nicht. Nördlich des Sprendlinger Waldes ist der "Teutsche Herren Waldt" gekennzeichnet, was eigendlich nicht korrekt ist. Die Kalbskopfkapelle ist eingetragen, östlich davon ein "Thier Garten". Das war sicherlich der Dörrhof, der von den Ysenburger Grafen um 1500 erbaut wurde. Die beiden Hirschsprungsteine sind links und rechts des Weges nördlich von "Sprenlingen" eingezeichnet. 1675
Cöntgen Der Titel der nebenstehenden Karte von 1790 lautet: "Geometrischer Plan von der Gegend der freyen Reichs Wahl und Handel Stadt Franckfurth am Mayn",  herausgegeben durch C. L. Thomas zu Franckfurth am Mayn bey welchem dieser Plan zu finden ist; H. Cöntgen sculps. Mog. Für uns ist der südliche Teil interessant. Man erkennt dort Neu-Isenburg und die damalige Wegführung im Stadtwald.
Pelissier Mit einem Klick kann man die Karte von Eduard Pelissier aus dem Jahr 1888 aufrufen: "Gebiet der Reichsstadt Frankfurt a.M. mit Einzeichnung der Landwehren nebst vielen alten Wegen und Feldorten". Pelissier war Gymnasiallehrer und Historiker und hat sich insbesondere um die Erforschung der Frankfurter Landwehren verdient gemacht. 
Jaeger Rechts ist ein Ausschnitt aus Blatt XL der Carte Topographique D'Allemagne des "Grand Atlas d'Allemagne en LXXXI Feulles" von J. G. A. Jaeger, Frankfurt am Main 1789. Dies ist eine Kopie aus Lit. Nahrgang und Miedtank. Ich möchte gerne an dieser Stelle eine bessere Kopie darstellen. Neu-Isenburg wird auch als "Welsch dorf" bezeichnet. Was ist wohl "Kratzertau" südlich von Egelsbach?
Anmerkung: Am Zusammenfluss von Hegbach und Tränkbach (feuchte Stelle = Au) gibt es ein Flurstück "Im Krätze". Ob dies mit "Krötsee" (in Krötseeschneise) sprachlich verwandt ist?
Dilich 1605 Die Hessische Chronica von Wilhelm Dilich wurde 1605 veröffentlicht. Dieses Buch ist bei Google Books aufrufbar. Die Karte ist auf S. 25 abgebildet. "Dreieich" ist dort etwas nach Norden gerückt. Die Schreibweise der Dreieichorte ist bemerkenswert.

Mappa Circuli Rhenani Die links abgebildete Karte "Mappa Circuli Rhenani" von Lotter (um 1759) stammt von einem Privatsammler (G.O.). Neu-Isenburg ist noch nicht vorhanden. Die Mühlteiche zwischen "Sprenlingen" und Hain sind zu erkennen. Der Hengstbach fließt östlich von Kelsterbach in den Main. Urberach wird seltsamerweise mit "Orbrick" bezeichnet. Wie auf anderen Karten sind der Dörrhof, der Kalbskopf und der "Herrn Disch" eingezeichnet. -->Hier ein Link zur digitalen Ausgabe (mit Zoomfunktion)
Messeler Park
Diese Karte zeigt die Gegend nordöstlich von Darmstadt (um 1872). Sie ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Zum ersten liest man oben "Arheilger Koberstadt", ein Gebiet vom Rutschbach (Hegbach) bis zum Mörsbach. Neben der Arheilger gibt es noch eine Darmstädter, Hanauer und Isenburger Koberstadt. Zum zweiten Erkennt man eine rote Linie, die ein Areal umschließt, das vom Rutschbach im Norden bis südlich von Kranichstein verläuft. Im Osten schließt es das Messeler Forsthaus mit ein. Dies ist für mich die erste Darstellung des "Messeler Parks", der nach Auskunft von Zeitzeugen mit einem Zaun eingefriedet war. -->Hier ist ein Link zu einer ähnliche Karte aus dem Jahr 1910.
Waldungn Darmstadt Diese schöne Karte von 1843 zeigt ebenfalls die östliche Umgebung von Darmstadt. Sie ist nach Osten ausgerichtet. Hier ist bemerkenswert, dass das Gebiet zwischen Rutschbach (Hegbach) und Mörsbach mit Revier Koberstadt gekennzeichnet ist.  
Gerauer Wildpark Die nebenstehende Karte über die Grenzänderungen des Gerauer Wildparks zwischen 1771 und 1820 wurde freundlicherweise von Herrn Kulsch aus Trebur zur Verfügung gestellt. Sie zeigt, dass die Mitteldicker Waldungen 1771 Teil dieses Wildparks war. Ein Bretterzaun umschloss das Gebiet. Das nördlich des späteren Bahnhofs an der Zaunschneise eingetragene "Nolten-H." ist das ehemalige Buchschlager Falltorhaus des Gerauer Wildparks, das beim Bahnbau  in den 1840er Jahren abgebaut und ins "Sprendlinger Feld" versetzt wurde. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um das alte Buchschlager Forsthaus, das vor einigen Jahren abgerissen wurde. Dieses Nolten-Haus ist auch auf einem Messtischblatt von 1832/50 zu sehen (ganz rechts).
Ravenstein ca. 1900 Touristen-Karte der Main- & Rheinthal-Waldungen zwischen Frankfurt a.M. und Darmstadt von Ludwig Ravenstein (1:50.000). Um 1900: Dreieichbahn noch nicht existent (1905), Neuer Forstweg (Straße Buchschlag - Mitteldick) ist nachträglich eingezeichnet.
Ravenstein Reit- Fahr- und Wanderkarte für die Waldungen zwischen Frankfurt a.M. und Langen von Hans Ravenstein (1:35.000), um 1920. Die Straße zwischen Neu-Isenburg und Heusenstamm existiert noch nicht (1923 erbaut), der Preis ist in Mark und nicht in Reichsmark angegeben (daher vor der Inflation). Die Straße Offenthal-Messel ist eingezeichnet (um 1913 erbaut).
Ravenstein Ravensteins Wanderkarte Der Waldungen zwischen Frankfurt a.M. und Darmstadt von Hans Ravenstein (1:50.000). Um 1926: Die Straße zwischen Neu-Isenburg und Heusenstamm ist nachträglich eingezeichnet (1923), der Preis ist in Reichsmark eingetragen (nach 1924)
Karten der Umgebung von Frankfurt
Die folgenden Karten stammen aus den Jahren 1700 - 1751 (verschiedene Quellen). Die Links leiten auf die Website von Kristof Doffing, auf der noch weitere interessante Karten zu finden sind.
Gegend um Frankfurt, ca. 1700
Gegend um Frankfurt, ca. 1700












Gegend um Frankfurt ca. 1745
Gegend um Frankfurt ca. 1745













Gegend um Frankfurt, ca 1720
Gegend um Frankfurt, ca. 1720













Gegend um Frankfurt, ca. 1700
Gegend um Frankfurt, ca. 1700













Hessen 1751
Hessen 1751














Hesse n 1721-1774
Hessen ab 1640





Topografische Karten aus diversen Quellen


Messtischblätter Landschaft Dreieich

5917 5918 6017 6018         Sechs Messtischblätter von 1937 von Doffing zusammengefügt
        --> Hier weitere historische Messtischblätter (Sächsische Landes und Universitätsbibliothek)
        --> Hier weitere historische Messtischblätter (Universität Greifswald)
        Weitere historische Messtischblätter (Deutsche Fotothek)
Um die Karten zu öffnen, muss man zuerst auf die Karte klicken und anschließend auf das Vergrößerungssymbol rechts (über dem Einkaufskorb). 

Weitere Hinweise auf historische Landkarten

Clara Hartmann machte mich auf eine Website der Brigham Young University aufmerksam, wo 1:25.000 Karten auf Basis von Messtischblättern von 1937 zu finden sind. Diese wurden von dem Army Map Service erstellt und 1952 ergänzt. Durch Eingabe der Messtischblattnummer (oder Blattname) in das Suchfeld lassen sich die Karten aufrufen. Sie haben eine sehr hohe Auflösung und man kann sich sehr schön in die Details hineinzoomen. Man kann sie auch herunterladen (15 MB).

In Landkartenarchiv.de kann man Messtischblätter (und mehr) aus der Vorkriegszeit von ganz Deutschland aufrufen. Man muss in das Suchfeld die TK-Nummer eingeben und dann auf ein passendes Ergebnis klicken.

Die Karten vom Großherzogtum Hessen (1823-1850) im Maßstab 1:50000 können in LAGIS eingesehen werden.
Die Karten vom Kurfürstentum Hessen (1840 - 1861) im Maßstab 1:50000 können in LAGIS eingesehen werden.

In der digitalen Kartensammlung von David Rumsey sind zwei hochaufgelöste historische Karten im Maßstab 1:100.000 aus dem Jahr 1893 von Darmstadt und Frankfurt zu finden. aus der gleichen Quelle stammt eine Karte aus dem Jahr 1831 im Maßstab 1:200.000, ebenfalls mit dem Titel Darmstadt (Hinweis von Clara Hartmann).

Weitere historische Messtischblätter und andere Karten werden vom Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation -->hier angeboten. Auch im Bürger-GIS des Kreises Offenbach sind historische Messtischlätter aus den Jahren 1887 -1902 hinterlegt.

Die US Airforce hat Luftaufnahmen freigegeben, die im Internet von NCAP (National Collection of Arial Photograpy), einer britischen Organisation, käuflich zu erwerben sind. -->hier ist ein Link zu der Seite mit einem Luftbild von Sprendlingen aus dem Jahr 1952. Aus Lizenzgründen kann ich das Foto nicht ins Internet stellen, bin aber prinzipiell bereit, es auf Anforderung weiterzugeben. Weitere Bilder sind durch die Eingabe des Ortnamens zu finden. Hochinteressant!

Unter http://oldmapsonline.org ist eine Vielzahl von historischen Karten abrufbar, auch von der Landschaft Dreieich.

Weitere historische Karten von Hessen können durch die beiden besuchenswerten Websites von Kristof Doffing aus Langen aufgerufen werden: Wilhelmstraße - Langen - Hessen und Johannesviertel - Darmstadt - Hessen


                                                       Rätselhaftes Kilstede

KilstedeKilstedeKristof Doffing hat mich auf eine rätselhafte Angabe in einigen historischen Karten aufmerksam gemacht. Zwischen Rüsselsheim/ Königstädten/ Nauheim und Mörfelden/Gundhof/Walldorf ist ein Ort mit der Bezeichnung "Kilstede" eingezeichnet. Ein solcher Ort kommt in der heimatgeschichtlichen Literatur nicht vor. In LAGIS und im Müllerschen Ortsnamensbuch ist Kilstede nicht aufgeführt, auch nicht als Synonym für Königstädten. Man kann mit Gewissheit davon ausgehen, dass zwischen Königstädten/Nauheim und Walldorf/Mörfelden keine weitere Siedlung existierte, auch nicht als Wüstung. Nachfragen bei Heimatforschern, die es wissen müssten, waren ergebnislos. Im Internet findet sich ein Hinweis bei Tischner, nach dem es sich um Königstädten ("Hörfehler") handelt. Allerdings ist auf Karten häufig Königstädten und Kilstede gemeinsam zu finden. Es ist daher zu vermuten, dass ein Kartenzeichner  Königstädten als Kilstede bezeichnet hat. Andere Kartenstecher haben das Kilstede "abgekupfert" und zusätzlich Königstädten eingezeichnet. Hier sind die Links zu einigen historischen Karten, in denen Kilstede verzeichnet ist (Doffing).

Karte aus 1663 (ohne Königstädten)
Karte aus 1689 (mit Königstädten)
Karte aus 1690 (ohne Königstädten)
Karte aus 1740 (mit Königstädten)
Karte aus 1652 (ohne Königstädten)

Am 11.4.16 sprach ich mit dem Historiker und Sprachwissenschaftler Prof. Ernst Erich Metzner aus Rüsselsheim über "Kilstede". Er glaubte nicht an eine Verwechslung mit Königstädten, vielmehr vermutet er eine Lautverschiebung von Kirchstätte zu Kilstede. Danach wäre Kilstede eine Wüstung (mit Kirche) in der Umgebung des Jagdschlosses Mönchbruch. Diese Hypothese ist prinzipiell nicht falsifizierbar; jedoch müsste "Kilstede" in mindestens einem anderen unabhängigen Dokument erwähnt werden, bevor diese Vermutung als begründete These akzeptiert werden kann.


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