Steine in der Dreieich
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Gemarkungsgrenzen im östlichen Kreisgebiet

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Übersichtskarte In diesem Kapitel wollen wir uns mit den "inneren" Gemarkungsgrenzen im östlichen Teil des Kreises Offenbach beschäftigen. Die westlichen Gemarkungsgrenzen werden in anderen Kapiteln dieser Website abgehandelt. Das gleiche gilt für die südliche und östliche Kreisgrenze. Ich habe vor, diese Grenzen in den nächsten Jahren (?) abzulaufen uns über meine Funde von historischen Grenzsteinen hier zu berichten. Ich werde allerdings nur die "fundträchtigen" Stellen aufsuchen, d.h. nicht in bebauten Gebieten oder in intensiven landwirtschaftlich genutzten Flächen. Schon jetzt kann man sagen, dass die Steine an diesen Gemarkungsgrenzen wenig spektakulär sind. Daher werde ich von einer formalen Dokumentation absehen, sondern die Steine nur fotografieren und die Koordinaten festhalten. Meist sind die Grenzen durch Gräben, besonderen Baumbestand oder Begleitwege erkennbar. Die Steine stehen dann - so sie noch vorhanden sind - an den Biegungen dieser Landschaftselemente.


Die Gemarkungsgrenze von Ober-Roden und Urberach

UR-OR
Der Berührungspunkt der Messenhausener, Urberacher und Ober-Rodener Grenze liegt im Industriegebiet an der Messenhausener Straße. Bis zur L 3097 sind keine Steine zu erwarten. Südlich der Rodau habe ich auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes zwei Grenzsteine an den Eckpunkten des Kleingartengeländes gefunden, konnte sie aber nicht näher begutachten. Die Landschaft zwischen der Bahnlinie und der B 486 ist von außerordentlicher Schönheit. Ein Spaziergang dort der Grenze entlang kann nur empfohlen werden. Leider habe ich bis zur B 486 keine Grenzsteine gefunden.

In der Nähe der Tennisplätze trifft die Grenzlinie auf den Ober-Rodener Gemeindewald. Dieser Wald war bis 1818 Teil der Rödermark. Bei deren Aufteilung fiel das Waldgebiet an Ober-Roden. Die zungenförmigen Waldwiesen verblieben bei Urberach. Die Markgrenze wurde 1818 zur Gemarkungsgrenze. Die Steine, die weiter unten erwähnt werden, wurden erst nach diesem Zeitpunkt gesetzt. Es sollte noch angemerkt werden, dass Urberach seit 1706 zur Grafschaft Isenburg-Philippseich und seit 1808 zum Fürstentum Isenburg gehörte, während in Ober-Roden bis 1803 die Mainzer Erzbischöfe herrschten, danach die Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Es handelte sich demnach durchaus um einen Territorialgrenze. Nach 1816 waren die Gemarkungen im Großherzogtum Hessen aufgegangen.

Waldwiese NordVom Clubhaus des Urberacher Fußballvereins südlich der B 485 muss man zunächst am Rand des Fußballplatzes und dann den Waldrand entlang nach Südwesten laufen.
Den ersten Stein dieses Grenzabschnitts (UR-OR 30) findet man herausliegend an dem "Beginn" der ersten Waldwiese. Man folgt dann (recht beschwerlich) auf der Waldseite dem Grenzgraben. Die dort aufgefundenen Steine sind (bis auf die modernen Granitsteine) aus Rotliegendem. Meist besitzen sie eine Grundfläche von 30 x 15 cm und sind mit "U" für Urberach und "O" für Ober-Roden gekennzeichnet. Der Stein UR-OR 41 steht nicht am Waldrandgraben, sondern an einem kleineren Graben, der ca. 20 m im Wald verläuft. Stein UR-OR 42 befindet sich versteckt mittig im Weg; ich bin mir nicht sicher, ob es ein Grenzstein ist. Die Zuordnung der roten Punkte auf der nebenstehenden Karte ist etwas unsicher, da die Messgenauigkeit meines GPS Gerätes an diesem Tag nicht zufriedenstellend war.

Waldwiese SüdUR-OR 80Auch am Graben der unteren Waldwiese konnten einige Steine gefunden werden. Der markanteste ist Stein UR-OR 80 an der Spitze der Urberacher Wiese. Er steht mit ca. 30 cm deutlich aus dem Boden heraus. Auf seiner Nordseite erkennt man ein "O", die Südseite ist abgeschlagen. Auf der Südseite der Wiese konnte ich nur noch einen Stein auffinden. An der Hohen Straße trifft die Grenze auf die Gemarkung Eppertshausen. Fazit: Die Begehung dieser Grenzabschnitte ist nur expliziten Grenzsteinliebhabern zu empfehlen

Bildserie 1
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Die Gemarkungsgrenze von Ober-Roden und Nieder-Roden

Ober-Roden / Nieder-Roden
Diese Gemarkungsgrenze ist für den Grenzsteinfreund recht unergiebig. Sie beginnt südlich der B 45 an der Grenze zu Eppertshausen. Dieser Punkt ist mit einem Metallstab markiert. Sie verläuft dann weiter Richtung Norden über die Bundesstraße bis zur Wenzelswiese, deren Südrand sie in nordöstlicher Richtung folgt. Kurz vor Erreichen des Babenhäuser Wegs findet man den ersten historischen Stein der allerdings nicht auf einem Grenzpunkt steht. Auf der Südseite erkennt man ein "I". Die Inschrift daneben ist abgeplatzt., Auf der anderen Seite sieht man ein "O", welches aber auch ein Artefakt sein könnte. Die Grenze biegt am Babenhäuser Weg nach Nordwest ab.

Anmerkung: Ich bin hier geradeaus ein Stück der Südwestgrenze des Wiesengeländes weitergegangen. Dort entdeckte ich am ersten Knickpunkten des Grabens einen mit "O" auf der Waldseite und einem invertierten "N" auf der Wiesenseite beschrifteten Stein. Ich habe keine Erklärung für diese Inschrift. Der nächste gefundenen Stein dieser Waldgrenze weist ein "N" auf der Waldseite aus. Es handelt sich um typische Grenzsteine, die den Wald von den privaten Wiesen trennen. Aud die weitere Erkundung der Waldgrenze habe ich verzichtet. Auf dem Rückweg auf der anderen Wiesenseite habe ich ebenfalls einen Stein mit einem "N" gefunden. Über die Steine an dem Weg südlich der Wenzelswiese wurde in dem Kapitel Einzelne Grenzsteine berichtet, ebenso von dem einsamen Stein westlich vom Breidertsbrünnchen. Das ist alles sehr unbefriedigend; die Befunde geben kein klares Bild. Über mögliche Grenzänderungen wird im Kapitel Einzelne Grenzsteine spekuliert.
BuxbaumBuxbaum
Von der Wenzelswiese folgt man dem Babenhäuser Weg nach Norden und umrundet die Siedlung Breidert im Osten, ohne auf historische Grenzsteine zu treffen. Dann erreicht man das Gebiet, das auf der Karte mit einem Oval gekennzeichnet ist. Dort erfolgte eine bestätigte Grenzkorrektur, die wahrscheinlich in den 1950er Jahren stattfand. Sie ist sehr schön im Vergleich der Buxbaum-Karte von Ober-Roden mit einer Karte mit dem modernen Grenzverlauf deutlich. Der unregelmäßige Grenzverlauf wurde aufgehoben und die Grenze weiter östlich an eine Waldschneise verlegt. Kommt man von Süden an die Wiese, knickt die Grenze zunächst nach rechts ab (Naturschutzgebiet) und dann wieder nach links über die Wiese. An beiden Knicks konnten keine Steine gefunden werden. Dort wo der Graben in ein Rohr mündet stehen zwei moderne Steine. Am  Waldrand fanden wir dann einen Stein mit der Inschrift "N 76". Er steht OR-NR 85vermutlich auf dem Punk, an dem die Grenze umgelegt wurde. Am nächsten Knickpunkt der "neuen" Grenze liegt ein abgebrochener Kopf mit der vermuteten Inschrift "N 82". ca. 20 Meter östlich, also nicht mehr an der Gemarkungsgrenze liegt ein Stein mit der Inschrift "N 85" heraus.  Auf der Abbildung links ist an der "5" zu erkennen, dass es sich vermutlich um einen recht alten Stein handelt. Von Stein N 82 ab folgt die Grenze einem überwachsenen Waldweg; ist aber gut an einem Graben zu erkennen. Gerd Ott hat vergeblich versucht, Steine an der "alten" Grenze zu finden. Es handelt sich dort um einen relativ jungen Wald mit dichtem Bodenbewuchs und auch leider viel Müll.

Auch weiter nördlich fand ich nur noch moderne Grenzsteine, bis auf einen unscheinbaren Basaltstein, der unweit eines modernen Granitstein steht (auf der Karte mit einem blauen Stern gekennzeichnet). Nördlich der S-Bahnlinie gab es ebenfalls eine Grenzkorrektur: Die "schief" verlaufende alte Grenzlinie (auf der Karte oben: gepunktet) wurde an die Wegverläufe angepasst. Historische Grenzsteine sind dort nicht zu finden.

Zusammenfassend sei angemerkt, dass auf der Grenze von Ober-Roden und Nieder-Roden keine spezifischen Gemarkungssteine existieren. Die aufgefunden Steine sind Teil von Grenzmarkierungen der Waldwiesen. Bemerkenswert sind die relativ hohen Nummern der Steine am Naturschutzgebiet. Wo stand Stein Nummer 1? Es ist wahrscheinlich, dass diese Steine vor der Rödermark-Aufteilung den Rödermarkwald von der Ober-Rodener Feldflur schied. Wenn dem so ist, dann könnte der oben erwähnte Basaltstein der Stein No 1 sein, da dort die Nieder-Rodener Feldflur beginnt. Die Beschriftungen der Steine an der Wenzelswiese bleiben rätselhaft.



Die Gemarkungsgrenze von Ober-Roden und Messenhausen

Messenhausen
An dieser Grenze habe ich trotz mehrfachen, intensiven Suchens keine Steine gefunden. In Lit. Huther sind die Standorte am Schützenhaus eingezeichnet. Auch ist dort eine Abbildung publiziert. Sie sind mit einem großen "O" und einem "M" gekennzeichnet. Vielleicht findet er sich in einem Privatgarten wieder. Auf der Karte sind die verlorengegangenen Steine am Schützenhaus mit einem roten Oval gekennzeichnet. Den grün markierten Stein an der Grenze zu Urberach konnte ich ebenfalls nicht finden, wohl aber den gelb gekennzeichneten. Der Stein DI-ME 10 ist in der Karte von Huther nicht eingetragen.






Die Gemarkungsgrenze von Ober-Roden und Jügesheim

OR-JU Karte Es handelt sich um die Grenze zwischen der 1818 aufgelösten Rödermark (Waldmark) und der Feldmark Ober-Roden. Bei der Auflösung der Rödermark erhielt Jügesheim das Waldgebiet (nord)östlich dieser Grenze, die dann zur Gemarkungsgrenze wurde. Die Ober-Rodener Feldmark an dieser Grenze wurde aufgeforstet, noch heute handelt es sich um kleinzelligen Privatwald.

Man kann auf dem Parkplatz an der leichten Biegung der K 174 (Kreisquerverbindung) sein Fahrzeug abstellen und folgt dem Weg nach Süden, dem Grenzweg von Dietzenbach und Jügesheim. Am Ende der Schneise ist der Treffpunkt der Grenzen von Dietzenbach, Ober-Roden und Jügesheim. Leider steht an diesem Punkt kein Grenzstein (Dreimärker). Die Grenze Dietzenbach-Ober-Roden (Waldacker) zweigt nach rechts (Westen) ab, die von Ober-Roden und Jügesheim führt geradeaus in südlicher Richtung entlang eines gut sichtbaren Walls mit Graben, der von einem Pfad begleitet wird. Dort, wo der Graben nach Osten knickt, findet man OR-JU 02OR-JU 02Stein OR-JU 01. Er steckt tief in der Erde, die Inschriften ("O" für Ober-Roden und "I" für Jügesheim) sind nur zu erahnen. man folgt dem Graben nach Osten durch dichten Wald, bis man zu Stein OR-JU 02 kommt, bei dem man deutlich die Zeichen O und I erkennen kann. Man stößt dann auf einen Weg und hält sich rechts. 170 m weiter findet man Stein OR-JU 03 im Knick des Grenzgrabens rechterhand. 20 m weiter nach Osten schaut Stein OR-JU wenige Zentimeter aus dem Boden des Weges. Man folgt dem Weg nach Südwesten. Am Grenzpunkt 05 war kein Stein zu Regionalpark-Stelefinden. Stein OR-JU 06 steht versteckt rechterhand an einem Knick des Weges. Der nach Süd-Ost abknickende Grenzverlauf wird nicht durch einen Graben oder Wall gekennzeichnet. Man kommt aber die ungefähre Richtung der Grenze folgend an einen Graben. Man geht ostwärts dem noch zu erahnenden Graben entlang bis man zur Schwarzlacheschneise kommt. Mitten auf dem Weg schaut ein unbeschrifteter Läuferstein (08) aus der Erde. Der nächste Stein, OR-JU 09, ist schwer zu entdecken: Er steht ca. 10 Meter nördlich des Wegs im Wald. Ich habe ihn durch Extrapolation der Fluchtlinien des Grenzverlaufs finden können. Auch Stein OR-JU 10 habe ich zunächst übersehen, er versteckte sich unter einer dicken Mooshaube. Der Grenzpunkt 11 ist mit einem Holzpfahl mit einer Metallmarkierung gekennzeichnet. Nicht zu übersehen ins Stein OR-JU 12, der an einem Wegknick den Grenzpunkt markiert. In Lit. Huther gibt es auf S. 55 eine Karte, in der am nächsten Wegknick ein Grenzstein eingetragen ist. Dieser ist leider nicht mehr vorhanden. Wenn man die wenige Dutzend Meter auf dem Grenzweg bis zum Waldrand läuft, kann man eine Regionalpark-Stele finden, deren Aufschrift rechts abgebildet ist. (Nov. 16).



Die Gemarkungsgrenzen von Ober-Roden, Dietzenbach Und Eppertshausen

Die Grenze Ober-Roden und Dietzenbach wurde im Kapitel Rödermark - Biebermark  beschrieben. Auf der Grenze von Ober-Roden und Dietzenbach konnten keine historischen Grenzsteine gefunden werden.


Die Gemarkungsgrenzen von Rembrücken

Karte RembrückenDie Rembrücker Gemarkung stößt an die von Heusenstamm, Obertshausen, Weißkirchen und Hainhausen. An der Grenze zu Heusenstamm konnten zwei unattraktive Stene entdeckt werden, die auf der Karte mit je einem Stern markiert sind. An den Grenzen zu Obertshausen und Weißkirchen fanden wir keine historischen Steine. Um so interessanter ist die Grenze zu Hainhausen, die mit einem Oval gekennzeichnet ist. Das Besondere daran ist, dass es sich um die alte Grenze zwischen der Rödermark und der Bieger Mark handelt. Dieser Grenze ist ein eigenes Kapitel gewidmet, im dem die Steine der Dietzenbacher Nordgrenze beschrieben werden. Sie besitzt eine Fortsetzung nach Osten, bis zur Feldflur von Rembrücken. Die dort stehenden Steine sind mit BM (Bieger Mark, Rembrücken) und RM (Röder Mark, Hainhausen) gekennzeichnet.

Wir beginnen unseren Spazierganng am Dreiländereck von Rembrücken, Heusenstamm und Hainhausen. Ca. 20 Meter Östlich davon steht Stein RMBM 22 sehr schön auf der Südseite des Rembrücker Wegs. Der nächste historische Stein RMBM

Am Stein RMBM zweigt die Grenze vom Rembrücker Weg

Fortsetzung folgt.







Die Gemarkungsgrenze von  Jügesheim und
Nieder-Roden

Jügesheim / Nieder-RodenJU-NR 20Wir beginnen unseren Spaziergang an der Gemarkungsgrenze zu Ober-Roden am Waldrand an Ende der oben beschriebenen Gemarkungsgrenze. Nach 400 Meter biegen wir hinter einem Pferdehof schräg in nördlicher Richtung ab. Wir passieren einen schönen Waldteich. Nur wenig später können wir einen schönen Grenzstein etwas entfernt links von Weg entdecken. Er ist mit "I" und "N" für Jügesheim und Nieder-Roden beschriftet (JU-NR 20). Der Grenzweg macht einen rechtwinkligen Knick nach Osten (kein Stein gefunden). Am nächsten Knick kann man einen umgestoßenen Stein im Weg entdecken, den ich allerdings nicht ausgegraben habe. JU-NR 18200 Meter weiter biegt der Weg nach rechts ab (moderne Granitsteine). Wir gehen geradeaus, umgehen ein Harvester-Trümmerfeld und stoßen am nächsten weg, dort wo die Grenze nach Nordosten abbiegt auf einen kleinen rot besprühten Stein ohne Beschriftung. 100 Meter weiter steht wieder ein Stein mit einem "I" und einem "N" (JU-NR 18).  Der letzte Stein unweit der Kreisquerverbindung ist ebenfalls beschriftet, wurde aber erst kürzlich umgestoßen. Ich werde ihn gelegentlich aufrichten. Die Grenze quert schräg die Kreisstraße und verläuft weiter entlang eines Weges, der in den meisten Karten nicht eingezeichnet ist. Der Punkt, an den die Grenze auf die Dudenhöfer Gemarkung stößt, konnte nicht eindeutig identifiziert werden. 


Die Gemarkungsgrenze von Jügesheim und Dudenhofen

Jügesheim-DudenhofenDie Wanderung beginnt am Parkplatz an der Kreuzung Heusenstammer Weg - Kreisquerverbindung. Wir gehen auf dem Fahrradweg ca. 100 Meter Richtung Dietzenbach und biegen in den oben erwähnten Weg, der auf den meisten Karten nicht eingezeichnet ist, Richtung Norden. Nach weiteren 100 Metern kommen wir an den Berührungspunkt der Gemarkungen von Jügesheim, Dudenhofen Und Nieder-Roden, den wir allerdings nicht eindeutig identifizieren konnten. Wir folgen dem Weg Richtung Norden und erreichen bald an den ersten historischen Stein dieses Grenzabschnitts. Er ist leicht gewölbt und besteht aus rotem Sandstein. Auf der Jügesheimer Seite (West) ist "I H" zu lesen, auf der Dudenhöfer Seite (Ost) "D H". Die Schmalseite (Süd) ist mit "No 38" beschriftet. Die Grundfläche misst 25 x 15 cm. Die Grenze ist irgendwann neu vermessen worden, außer den historischen Steinen findet man eine Menge neuer Granitsteine, oftmals in recht dichter Folge. Deren Standorte sind häufig mit farbig angelegten Metallstangen markiert. Der Grund für diese Neuvermessung ist wahrscheinlich darin zu finden, dass es (mit der Gebietsreform?) eine Grenzänderung gab. Eine Ausbuchtung des Dudenhöfer Waldes in das Gemarkungsgebiet von Jügesheim wurde der Jügesheimer Gemarkung zugeschlagen. Die nördlichen der hier beschriebenen Steine bezeichnen demnach nicht mehr die aktuelle Gemarkungsgrenze, die mit der roten Linie auf dem Plan gekennzeichnet ist.

I HI HNO 33Wir überqueren nun den Heusenstammer Weg und erkennen recht deutlich den Grenzgraben, der sich durch den Wald zieht. Man kann nicht sehr bequem dem Graben entlanglaufen, immer wieder muss man über Totäste und umgestürzte Bäume klettern. Die nächsten drei Steine (35, 34 und 33) und sind von der oben beschriebenen Sorte, dann folgt ein unbeschriebener Stein (32). Am Stein 31 ändert die Grenze kurz die Richtung. Stein 32 ist wahrscheinlich später gesetzt; er ist mit einem generischen "G" für Gemarkungsgrenze beschriftet. Ein gleichartiger Stein (28) folgt auf Stein 29. Die nächsten drei Steine gehören zu der IH/DH -Serie. Die Grenze überquert nach Stein 25 erneut den Heusenstammer Weg, Die Steine 23 und 22 sind wieder unbeschriftet. Die Grenze folgt dann der Knieschneise nach Osten. Auf der rechten Wegseite findet man den letzten historischen Stein dieser Grenzlinie (20). Er ist mit einem "F" beschriftet (??).

Mir lag eine Handskizze von Frau Luise Hubel vor, was das Auffinden der Steine erleichterte. Luise Hubel hatte an der Ostseite des alten Grenzverlauf noch zwei Steine eingezeichnet, die ich allerdings nicht finden konnte. Den historischen Grenzverlauf konnte ich dem Kulturlandschaftskataster entnehmen. 

Die Grenze Richtung Osten bis zur Seligenstädter Grenze verläuft im freien Feld und am Ortsrand. Historische Grenzsteine sind dort nicht zu erwarten.  



Die Gemarkungsgrenze von  Jügesheim und Seligenstadt



Die Gemarkungsgrenze von Dudenhofen und Seligenstadt

Dudenhofen-SeligenstadtDudenhofen-SeligenstadtIch habe diese Expedition im Süden begonnen, am Dreimärker DUSEBA (Dudenhofen, Seligenstdt, Babenhausen). Man kann natürlich die Grenze auch von Norden, ab dem Parkplatz an der Einmündung der L 3121 in den Wald begehen. Also: Von dem Dreimärker gehen wir Richtung Nordwesten, entlang des Grenzgrabens, der die Gemarkungen Dudenhofen und Seligenstadt scheidet. Der Graben ist deutlich sichtbar, er führt meist ohne Begleitweg durch mehr oder weniger dichten Wald. Insgesamt habe ich dort 27 Steine entdecken können. Die Besteinung endet am Waldrand, der auf der Karte mit einem grünen Punkt gekennzeichnet ist. Bis zur Straße nach Seligenstadt habe ich am Waldrand keine Steine mehr gefunden. das gleiche gilt für den Waldrand nördlich dieser Straße bis zur Jügersheimer Grenze. Dort kann man jedoch einen typischen Grenzverlauf erkennen: einen mit alten Eichen bewachsenen Grenzwall zwischen Wald- und Feldflur. Am Berührungspunkt der Gemarkungen von Dudenhofen, Jügesheim und Seligenstadt habe ich einen großen herausliegenden grob behauenen Granitstein gefunden (4/21).
Die Erkundung dieser Grenze im südlichen Abschnitt ist eigentlich nur passionierten Grenzsteinfreunden zu empfehlen, zumal die Grenzsteine nicht sehr attraktiv DUSE 29sind. Es handelt sich um unbehauene Steine die am Anfang eine akzeptable Größe aufweisen, aber im Laufe des Grenzgangs immer kleiner und unscheinbarer werden. Einige von ihnen sind mit "D" für Dudenhofen und "A" für Abtswald markiert (Abb.: DUSE 29). Der Querstrich des A ist gewinkelt. Interessant ist, dass auf der östlichen Seite des besteinten Grenzgrabens, ca. 2 Meter von diesem entfernt, man moderne Grenzsteine finden kann. D.h., dass die Gemarkungsgrenze irgendwnn neu vermessen und besteint wurde. Normalerweise werden in solchen Fällen die alten, nicht mehr erforderlichen Steine entfernt. Das hat man in diesem Fall glücklicherweise nicht getan.

AbtswaldgrenzeZur Ergänzung: Der Abtswald gehörte zum Kloster in Seligenstadt. Nach langen Streitereien wurde der Wald 1755 zwischen Kloster und Bürgerschaft aufgeteilt. Es sei hier angemerkt, dass wir bei einer Begehung dieser Teilungslinie keine Grenzsteine finden konnten. Ein Stein dieser Grenze wird im Rathaus von Seligenstadt aufbewahrt. Es ist eine Bischofsmütze auf einer Seite sichtbar. 1786 kam es zu einer weiteren Abspaltung: Die Stockstädter Hübner erhielten zwei Drittel des ehemaligen Seligenstädter Abtswaldes ("Unterwald" links der Gersprenz). 1803 kam das Gebiet zu Hessen-Darmstadt (wahrscheinlich als Domanialwald). Heute ist es Staatswald.