Steine in der Dreieich
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Der letzte Grenzstein - Ein Rückblick                                                 


Kurz nach meinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 stieß ich in der „Landschaft Dreieich“ auf einen Artikel von Martin Kaltenbach über die Grenzsteine zwischen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und dem Fürstentum Isenburg. Das Thema faszinierte mich sofort: Schon als Kind hatte ich diese Steine beim Spielen im Wald bewundert, ohne damals ihre Bedeutung zu kennen.

Obmann-AusweisMeine intensive Recherche führte mich zu den "Grenzstein-Obleuten“, einer Gruppe von Personen, die sich der Dokumentation historischer Grenzsteine im Hessen widmet. Nach einer gemeinsamen Begehung mit dem Frankfurter Obmann Jörg Stelzer wurde ich noch im selben Jahr vom Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation zum offiziellen Obmann für den westlichen Landkreis Offenbach ernannt.
Bürger-GIS 2018
Bis 2018 dokumentierte ich die dortigen Grenzsteine nahezu vollständig auf speziellen Erfassungsblättern. Dank der Unterstützung des Koordinators des Bürger-GIS des Kreises Offenbach konnten diese Daten digital aufbereitet und verlinkt werden:

Tipp: Sie finden die Ergebnisse unter buergergis.kreis-offenbach.de im Bereich Themen → Denkmalschutz → Grenzsteine in der Dreieich.

MURU 137Meinen Aktionsradius weitete ich später – auch ohne offiziellen Auftrag – auf den Ostkreis Offenbach, den Frankfurter Stadtwald, den Mönchhofwald und schließlich die Mühlheimer Gemarkung aus. Der Stein „MURU137“ an der Rumpenheimer Wiese war der letzte, den ich im Rahmen einer systematischen Begehung dokumentierte. Mit 79 Jahren darf man das Waten durch Schlamm und das Kriechen durch Dornenhecken nun getrost Jüngeren überlassen. Auch bin ich froh, das lästige Dokumentieren der Daten hinter mich gebracht zu haben. Mit einem Klick auf das Foto gelangt man zu den Steinen der Rumpenheimer Wiese

Rückblickend war diese Arbeit eine faszinierende Mischung aus Archivrecherche, körperlichem Einsatz in Wald und Flur und der Bewältigung technischer Herausforderungen am PC. Es erfüllt mich mit Freude, dieses Wissen heute in Grenzgängen, Vorträgen oder über meine Website weitergeben zu können.

Parallel zu den Grenzsteinen schlug mein Herz auch für den Verein "Freunde Sprendlingens, Verein für Heimatkunde e.V.", dessen Vorsitz ich von 2014 bis 2026 innehatte. Ein Schwerpunkt war dabei der Aufbau der Vereinswebsite als „Gedächtnis von Sprendlingen“.

Seit Juni 2010 verfasse ich zudem einen monatlichen Blog über meine aktuellen Projekte: "Neues aus der Vergangenheit". Bis März 2026 sind immerhin 178 Beiträge entstanden. Auch wenn ich diesen Rhythmus künftig etwas entspannter gestalten möchte, um den zeitlichen Druck zu mindern, bleibt die Leidenschaft bestehen. Das positive Feedback im Gästebuch und Auszeichnungen wie der Kulturpreis der Stadt Dreieich, die Hugenottenmedaille oder der Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises sind für mich eine schöne Bestätigung, dass das Interesse an unserer Geschichte lebendig ist.

Kein Schlusswort
Dieser Rückblick anlässlich des "letzten Grenzsteins" ist kein Abschied. Die Arbeit geht weiter – und das nächste Thema für „Neues aus der Vergangenheit“ ist bereits in Planung, nämlich die Darstellung aller von mir gefundenen und dokumentierten Grenzsteine.

Hier ist der erste Versuch: