März 2026
Der letzte Grenzstein - Ein Rückblick
Kurz nach meinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 stieß ich in der „Landschaft Dreieich“ auf einen Artikel von Martin Kaltenbach über die Grenzsteine zwischen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und dem Fürstentum Isenburg. Das Thema faszinierte mich sofort: Schon als Kind hatte ich diese Steine beim Spielen im Wald bewundert, ohne damals ihre Bedeutung zu kennen.
Meine
intensive Recherche führte mich zu den
"Grenzstein-Obleuten“, einer Gruppe von Personen, die sich
der
Dokumentation historischer Grenzsteine im Hessen widmet. Nach einer
gemeinsamen Begehung mit dem Frankfurter Obmann Jörg Stelzer
wurde
ich noch im selben Jahr vom Landesamt für Bodenmanagement und
Geoinformation zum offiziellen Obmann für den westlichen
Landkreis
Offenbach ernannt.
Bis 2018 dokumentierte ich die dortigen Grenzsteine nahezu vollständig auf speziellen Erfassungsblättern. Dank der Unterstützung des Koordinators des Bürger-GIS des Kreises Offenbach konnten diese Daten digital aufbereitet und verlinkt werden:
Tipp: Sie finden die
Ergebnisse
unter buergergis.kreis-offenbach.de im Bereich Themen →
Denkmalschutz → Grenzsteine in der Dreieich.
Meinen
Aktionsradius weitete ich später – auch ohne
offiziellen
Auftrag – auf den Ostkreis Offenbach, den Frankfurter
Stadtwald,
den Mönchhofwald und schließlich die
Mühlheimer
Gemarkung aus. Der Stein
„MURU137“ an der Rumpenheimer Wiese war der letzte,
den ich
im Rahmen einer systematischen Begehung dokumentierte. Mit
79
Jahren darf man das Waten durch Schlamm und das Kriechen durch
Dornenhecken nun getrost Jüngeren überlassen. Auch
bin ich
froh, das lästige Dokumentieren der Daten hinter mich gebracht
zu
haben. Mit einem Klick auf das Foto gelangt man zu den Steinen der
Rumpenheimer WieseRückblickend war diese Arbeit eine faszinierende Mischung aus Archivrecherche, körperlichem Einsatz in Wald und Flur und der Bewältigung technischer Herausforderungen am PC. Es erfüllt mich mit Freude, dieses Wissen heute in Grenzgängen, Vorträgen oder über meine Website weitergeben zu können.
Parallel zu den Grenzsteinen schlug mein Herz auch für den Verein "Freunde Sprendlingens, Verein für Heimatkunde e.V.", dessen Vorsitz ich von 2014 bis 2026 innehatte. Ein Schwerpunkt war dabei der Aufbau der Vereinswebsite als „Gedächtnis von Sprendlingen“.
Seit Juni 2010 verfasse ich zudem einen monatlichen Blog über meine aktuellen Projekte: "Neues aus der Vergangenheit". Bis März 2026 sind immerhin 178 Beiträge entstanden. Auch wenn ich diesen Rhythmus künftig etwas entspannter gestalten möchte, um den zeitlichen Druck zu mindern, bleibt die Leidenschaft bestehen. Das positive Feedback im Gästebuch und Auszeichnungen wie der Kulturpreis der Stadt Dreieich, die Hugenottenmedaille oder der Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises sind für mich eine schöne Bestätigung, dass das Interesse an unserer Geschichte lebendig ist.
Kein Schlusswort
Dieser Rückblick anlässlich des "letzten Grenzsteins" ist kein Abschied. Die Arbeit geht weiter – und das nächste Thema für „Neues aus der Vergangenheit“ ist bereits in Planung, nämlich die Darstellung aller von mir gefundenen und dokumentierten Grenzsteine.
Hier ist der erste Versuch: